Die im Jahr 1884 in Plauen gegründete Israelitische Regionalgemeinde erwarb 14 Jahre später ein Grundstück am nördlichen Stadtrand zur Anlegung eines eigenen Friedhofes. Der Besitz eines Friedhofes hatte für die unter Verfolgung leidenden Juden eine große Bedeutung, da er nach jüdischem Glauben ewige Beständigkeit hat. Hier sollten ihre Toten eine bleibende Stätte finden, daher existieren keine Ruhefristen. Auf dem jüdischen Friedhof befinden sich 132 Gräber. Viele Grabsteine, teilweise heute kaum noch lesbar, tragen auf der Vorderseite hebräische und auf der Rückseite deutsche Inschriften. Stelen unterschiedlicher Größe und Form beherrschen das Bild bei Einzelgräbern. Die schlichte Feierhalle wurde 1987/88 zu einer Mahn- und Gedenkstätte umgestaltet. Im Mai 2000 enthüllten Nachfahren ehemaliger Plauener Juden einen Gedenkstein, um den zahlreichen Opfern, die ohne Grab- und Ruhestätte geblieben sind, einen Ort des Erinnerns und Gedenkens zu geben. Die gesamte Anlage des Friedhofes mit einer Fläche von 0,35 Hektar steht unter Denkmalschutz.