Deutsche Seiten Tschechische Seiten

>> Startseite
>> Landratsamt
>> Wirtschaft
>> Tourismus
>> Städte, Gemeinden
>> Kreistag
>> Vereine und
>> Organisationen
>> Bildung im Vogtland
>> Ärzte fürs Vogtland
>> Immobilien
>> Abfallentsorgung
>> Was_erledige_ich_wo?




>> Geschichte
>> Geografie
>> Wappen & Logo
>> Mundart
>> Flora & Fauna
>> Tradition
>> Vogtlandvideo



>> Sehenswürdigkeiten
>> Unterkünfte
>> Veranstaltungen



>> Fahrplanauskunft


Level Triple-A conformance icon,
                               W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0

Barrierefreie Webseiten.


Weitere Informationen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen


Vogtlandkreis aktuell

Borkenkäferbefall - Interview mit Experten



Sommerzeit, Wanderzeit. Das Vogtland lockt seit Wochen mit seinen Wander-wegen ins frische Grün. Doch auch in diesem Jahr steht in den vogtländischen Wäldern wieder das Thema Borkenkäfer an. Wie die Forstbehörde informiert ist das Aufkommen im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurück gegangen.

Wir haben dazu mit Sachgebietsleiter Kay Oertel gesprochen.


Herr Oertel, wie schätzen Sie den derzeitigen Borkenkäferbefall unserer vogtländischen Wälder ein?

Zwischen Anfang Juni 2009 und Ende Mai 2010 haben wir im gesamten Waldgebiet, das heißt im privaten wie staatlichen Forst, in Summe 1.150 Borkenkäfer-Befallsherde zu verzeichnen. Dies sind 50% der Befallsherde, die wir im Mai 2009 notiert hatten. Befallen sind seit 01.06.2009 9.422 m³ Holz, das sind nur noch 36% der Vorjahresmenge. Doch da die Befallsherde häufig wie mit dem "Salzstreuer" verteilt sind, hat der Käfer immer noch eine gute Ausgangssituation um sich in den Wäldern des Vogtlandes auszu-breiten. Aus diesem Grunde gilt bei der Aufarbeitung immer der Grundsatz "Fläche vor Masse".

Worauf führen Sie die dennoch positive Entwicklung zurück?

Auf den bisherigen Witterungsverlauf. Dadurch hat sich die Prädisposition der Fichten-bestände verringert. Die rindenbrütenden Borkenkäfer hatten ungünstigere Entwick-lungsbedingungen, da dem relativ langen und kalten Winter ein feuchtkühles Frühjahr folgte. Wir nennen das "Fichtenwetter". Außerdem ist es uns in den letzten zwei Jahren in Zusammenarbeit mit den Waldbesit-zern gelungen, die Situation im Vogtland durch konsequentes Beräumen von Befallsher-den deutlich zu verbessern. Wir haben die Waldbesitzer kontinuierlich und nachdrücklich zum zeitnahen Beräumen befallener Gehölze angehalten. Damit lässt sich der weiteren Ausbreitung des Käfers und der damit einhergehenden ökonomischen Schäden wirksam begegnen.

Das Schwärmen der Käfer begann ja in diesem Jahr in allen Höhenlagen relativ spät. Wie sieht nun der aktuelle Verlauf des Befalls aus?

Im Unteren Vogtland setzte in der 17. Kalenderwoche die erste Hauptschwärmphase ein. Im Oberen Vogtland erfolgte der erste Schwarmflug ca. eine Woche später. Die Witterung besonders in der zweiten Maidekade bremste die Käferentwicklung erheblich. Das heißt allerdings noch nicht, dass die Gefahr für dieses Jahr gebannt ist. Mitte Juni wird der Buchdrucker im Vogtland sein Larvenstadium erreichen, neue Befallsherde werden sicht-bar. Sollte sich die Witterung in den nächsten Wochen ändern und uns ein heißer, tro-ckener Sommer bevorstehen, könnten die Aktivitäten der Borkenkäfer sprunghaft anstei-gen.

Welche Holzarten sind vorwiegend befallen?

Weltweit treten ca. 4000-5000 Arten auf, in Europa werden 154 Arten angegeben. In den vogtländischen Wäldern dominiert heute die Fichte mit 78%. Aus diesem Grund haben Fichtenborkenkäfer bei uns die größte Bedeutung. Im Vogtland sind dies der Buchdrucker (Ips typographus) und der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus).

In unseren Wäldern sieht man neben sauber beräumten Wegen häufig Baum-bruch und Astwerk im Waldbereich herumliegen. Hilft es vielleicht, die Wälder verstärkt generell von totem Holz zu beräumen, um den Borkenkäfer zu vertreiben?

Die Wirtsbaumsuche der Borkenkäfer erfolgt über die Wahrnehmung von Duftstoffen, welche die Bäume abgeben. Für den Buchdrucker sind Reisighäufen nicht von Bedeutung. Im Gegensatz dazu nutzt der Kupferstecher das Astmaterial als Brutstätte. Da Astmateri-al jedoch vergleichsweise schnell austrocknet, stellt es bereits im kommenden Jahr kei-nerlei Gefährdung mehr dar, da es seine Bruttauglichkeit verloren hat. Darüber hinaus ist totes Holz, wie liegendes Astmaterial, ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald. Es gilt Totholz gilt für zahlreiche Arten von Tieren, höheren Pflanzen, Pilzen, Moosen und Flechten als Lebensgrundlage und als wichtiger Nährstofflieferant für die Waldböden. Die Beseitigung von Astmaterial ist forstfachlich nicht gerechtfertigt.

Mit der Klimaerwärmung breitet sich der Eichenprozessionspinner mehr und mehr aus. Im Jahr 2009 ist er erstmals im Norden Sachsen beobachtet worden. Ist er auch bereits im Vogtland aufgetaucht? Der bundesweit bekannte Eichenprozessionsspinner ist im Vogtland noch nicht aufgetre-ten. Die Ausbreitung dieses Schmetterlings in Richtung Sachsen erfolgt über den Norden von Brandenburg her und aus Richtung Süden von Franken. Die Forstbehörde des Vogt-landkreises überwacht das eventuelle Einwandern des Schmetterlings im Auftrag des Freistaates an 2 Fallenstandorten mit jeweils 3 Fallen im Vogtland, welche an Waldrän-dern von Eichenbeständen ausgebracht sind. Wir kontrollieren ab Ende Juli alle drei Tage. Die Fallen sind mit Pheromondispensern bestückt.

Warum macht sich eine solch häufige Kontrolle erforderlich? Gehen von ihm Gefährdungen für den Menschen aus?

Die Raupenhaare des Eichenprozzesionsspinners stellen akute gesundheitliche Gefähr-dung für Menschen dar. Häufig bilden sich nach Kontakt Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchi-tis, schmerzhaften Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen über-empfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen. Die wichtigste Vorsichtsmaß-nahme ist, dass die Befallsherde grundsätzlich gemieden werden. Die Bekämpfung soll nur von Fachleuten mit Vollkörperschutz durchgeführt werden.

Borkenkäfer zum Stand Juni 2010

 






© 2009 Landratsamt Vogtlandkreis








Waldbrandgefährdung


Erntedankfest Auerbach










Start


Ziel





Pilotregion der EU-Dienstleistungsrichtlinie


Pendlernetz Sachsen





NUTZERINFORMATION | IMPRESSUM