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Vogtlandkreis aktuell
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Bekämpfung des Riesenbärenklau im Vogtlandkreis
Die Verbreitung von Riesenbärenklau in der Region erfolgt in erster Linie entlang von Gewässern und Verkehrstrassen vorrangig aus Richtung Tschechien. Bereits 1996 hat man im Vogtland die Gefährdung durch den Riesenbärenklau in erster Linie für Flussläufe und Biotope/Naturschutzobjekte erkannt. 1997 wurden tschechische Untersuchungen aus dem Raum Plesna bekannt. Es folgte eine erste Zusammenarbeit des Landratsamtes Vogtlandkreis mit weiteren sächsischen Behörden und Institutionen (StUFA, Landestalsperrenverwaltung, Kommunen), dann erste mechanische Bekämpfungsmaßnahmen. 1998 begannen Versuche mit verschiedenen Herbiziden. Daraufhin ging man zur kombinierten Bekämpfung über (mechanisch-chemisch). 2004 arbeitete der Landkreis gemeinsam mit dem Amt für Landwirtschaft an Versuchen zur weiteren wirksamen chemischen Bekämpfung.
Mit der chemischen Bekämpfung ist im Vogtlandkreis seitdem die BfkB Auerbach beauftragt. Diese behält landkreisweit ausgewählte Standorte, von denen eine intensive Aussamung, z. B. in Nähe ausgewählter wertvoller Schutzgebiete, ausgehen kann, im Auge.
Insgesamt werden so im Vogtlandkreis 37 von Riesenbärenklau befallene Standorte als Vorsorgemaßnahme (ohne dazu verpflichtet zu sein) auf insgesamt etwa 10 ha mehrmals pro Jahr gespritzt - Kostenumfang: 3.500 bis 5.500 € inkl. 900 € für das Spritzmittel.
Auch die Landestalsperrenverwaltung bekämpft den Riesenbärenklau nach uns vorliegenden Informationen auf 190 km Gewässer der I. Ordnung und auf 12 km Grenzgewässer.
Hinweise für Gründstücksbesitzer
Wichtig ist, dass im Kampf um den Bärenklau jeder einzelne Grundstücksbesitzer frühzeitig wachsam ist. Oberstes Gebot ist es, den Anfängen zu wehren und die Pflanze nicht aussamen zu lassen.
Mechanische Bekämpfung:
Am besten ist es, die Wurzeln auszustechen. Durch den erforderlichen Körperschutz ist das zwar ein sehr hoher Aufwand, erzielt jedoch sehr gute Ergebnisse. Achtung! Alle Pflanzenteile über den Restmüll, nicht Komposthaufen, entsorgen!
Um das Aussamen zu verhindern, hilft auch regelmäßiges Mähen, jedoch treiben die Pflanzen immer wieder aus. Es muss mehrmals pro Jahr gemäht werden und das Mähgut muss unbedingt über den Restmüll entsorgt werden. Es darf keinesfalls auf den Kompost oder anderswo ins Gelände gelangen!
Chemische Bekämpfung
Die chemische Bekämpfung ist effektiver als das Mähen. Hier sind jedoch Körperschutz und für gewerbliche und öffentliche Einrichtungen ein Genehmigungsverfahren des LfuG erforderlich. Im Privaten kann der Eigentümer mit handelsüblichen Mitteln spritzen und die Ausbreitung und Vermehrung vermeiden.
Bekämpfung durch Beweidung
Eine weitere Möglichkeit wäre die Beweidung. Diese wird jedoch in der Region noch nicht gezielt unter diesen Gesichtspunkten durchgeführt, denn auf den herkömmlichen Pflegeflächen und Weiden ist kaum Bewuchs durch Riesenbärenklau zu verzeichnen.
Weiterführende Infos
Zum Thema ist derzeit ein neues Interreg-Projekt mit Tschechien in Arbeit - das Projekt "Clara II". Federführend ist hier die Landesdirektion.
Inhalte des Projektes sind u. a. eine Studie zur Erfassung von invasiven Arten in den Grenzregionen. Hierzu werden bisherige Erfahrungen, die Effizienz bereits praktizierter Bekämpfungsstrategien und bestimmte Praktiken sowie Präventivmaßnahmen Berücksichtigung finden. Im Anschluss sollen die erfassten Daten ausgewertet werden, ein Handlungskonzept erstellt, mögliche Folgeprojekte beraten und die Ergebnisse für eine Website zusammengestellt werden.
Interessantes im Internet
http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/genehmigungen/herkulesstaude.htm
Darüber hinaus stellen wir Ihnen gern per Post, wenn Sie es wünschen, weiterführende Infos in einer Broschüre ("Der Riesen-Bärenklau") zur Verfügung.
Plauen, den 16.07.2010
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© 2009
Landratsamt Vogtlandkreis
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