

|
Vogtlandkreis aktuell
|
|
Flora und Fauna
Naturräumlich befindet sich der Vogtlandkreis zwischen dem Erzgebirge, dem Thüringer Schiefergebirge und dem Fichtelgebirge. Die geobotanische Gliederung erfolgt in unteres und oberes Vogtland, Ostvogtland, erzgebirgisches Vogtland und mittelvogtländisches Kuppenland. Eine charakteristische, teilweise sehr spezielle Flora und Fauna ist typisch für die einzelnen Naturräume. Durch hohe Artenvielfalt und oft örtlich sehr begrenzte Vorkommen finden wir häufig eine sehr naturnahe floristische und faunistische Austattung der Landschaft. Besonders erwähnenswert ist das vielfältige Vorkommen von nach § 26 Sächsisches Naturschutzgesetz geschützen Biotopen, die in ihrer Anzahl und Wertigkeit eine absolute Ausnahmestellung in Sachsen einnehmen. Bisher wurden davon im Vogtlandkreis ca. 4.870 Einzelflächen erfasst. Hinzu kommen 2.855 potentiell wertvolle Flächen.
Solche besonders geschützten Biotope sind:
- Moore, Sümpfe, Röhrichte, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Bruch-, Moor-, Sumpf- und Auenwälder
- Quellbereiche, naturnahe und unverbaute Bach- und Flussbschnitte, naturnahe stehende Kleingewässer und deren Verlandungsbereiche
- Trocken- und Halbtrockenrasen, magere Frisch- und Bergwiesen, Zwergstrauchheiden
- Gebüsche und naturnahe Wälder trockenwarmer Standorte, höhenreiche Altholzinseln und Einzelbäume, Schluchtwälder
- offene Felsbildungen und natürliche Block- und Geröllhalden
- Streuobstwiesen, Stollen früherer Bergwerke, Steinrücken, Hohlwege, Trockenmauern
Aufgrund dieser naturschutzfachlichen Vielfalt und Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz sind zahlreiche besonders wertvolle Gebiete und Einzelobjekte entsprechend den §§ 16 - 21 und 22a Sächsisches Naturschutzgesetz per Rechtsverordnung unter Schutz gestellt worden. Das betrifft im Einzelnen:
| Schutzkategorie |
Anzahl |
Fläche in ha |
| Naturschutzgebiete (NSG) |
38 |
2.173,72 |
| Flächennaturdenkmale (FND) |
129 |
256,09 |
| Naturdenkmale (ND) |
88 |
|
| Landschaftsschutzgebiete (LSG) |
14 |
42.473,00 |
| Naturpark |
1 |
47.600,00 |
| Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) |
28 |
7.552,00 |
| Vogelschutz-Gebiete (SPA) |
1 |
2.451,00 |
Erwähnenswert sind hier zum Beispiel:
- die Naturschutzgebiete "Großen Weidenteich", "Syrauer-Kauschwitzer-Heidelandschaft" als ehemaliges Armeeübungsgelände,
- das Schutzgebietssystem "Grünes Band" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze als wichtiger Biotopverbund,
- die Naturschutzgebiete "Am alten Floßgraben" bei Hammerbrücke und "Großer Kranichsee" als Moorschutzgebiete,
- das Naturschutzgebiet "Muldenwiesen Hammerbrücke/Muldenberg" als bedeutsames Brutgebiet für Bekassine, Wiesenpieper und Braunkelchen,
- das Naturschutzgebiet "Dreiländereck" zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel,
- die Naturschutzgebiete "Zauberwald" und "Steinberg" als Waldschutzgebiete und
- das Naturschutzgebiet "Waschteich" in Reuth und das Flächennaturdenkmal "Vorsperre Thoßfell" als regional bedeutsame Wasservogelbrutgebiete.
Die umweltverträgliche Erholung in einer intakten Natur steht im Naturpark "Erzgebirge-Vogtland" und in den zahlreichen Landschaftsschutzgebieten, zum Beispiel die Landschaftsschutzgebiete "Talsperre Pirk", "Burgsteinlandschaft", "Görnitztal" oder "Mittleres Göltzschtal", im Vordergrund.
PFLANZEN, TIERE UND GESTEINSWELT
Die Pflanzenwelt bietet genug des Eigenartigen auf Wiese und Trift, am Wasser und im Wald. Die feuchten Gebirgswiesen sind Standort zweier "Fleischfresser" unter den Pflanzen. So zierlich sie auch aussehen, der Rundblättrige Sonnentau und das Fettkraut mit seiner blauen Blüte, beim genauen Betrachten dieser Pflanzen kann man sehen, wie die Blätter dieses ahnungslose Getier festhalten ( zum Beispiel Mücken und Insekten), welches durch ihren klebrigen Saft geschieht, wie sie sich zusammenrollen, um den Wehrlosen die Lebenskräfte zu entziehen. Im Waldesdunkel führt auf den Wurzeln der Hasel die Schuppenwurz ihr Schmarotzerdasein. Die heilkräftige "Arnika" blüht während des Juni auf trockenen Rainen. Am kühlen Bach lagert die Springwurz, das Kräuterlein "Rührmichnichtan", dessen Fruchtkapseln bei zartester Berührung mit lautem Knacken aufplatzen. In einsamen Felsgrotten, überwiegend bei Falkenstein und Oelsnitz, ist das Leuchtmoos zu finden.
|
Junge Rauhfußkäuze
Foto: Michael Thoß
Von der Tierwelt muss der Vogelreichtum der Wälder hervorgehoben werden. Die Zucht von Sing- und Stubenvögeln ist daher ähnlich wie im Harz und im Erzgebirge auch hier im Ostvogtland heimisch gewesen. Der Crinitz (Kreuzschnabel), dem der berühmte vogtländische Dichter Julius Mosen ein ergreifendes Gedicht gewidmet hat, der Stieglitz, der Hänfling, der Zeisig, der Buchfink und der Gimpel sind die beliebtesten Vögel. |
Interessante geologische Objekte, in der Regel Grauwackenquarzitfelsen, wie zum Beispiel der Bendelstein in Auerbach, der Rehhübel mit der überkippten Falte bei Grünbach oder der Alte Söll in Schöneck, wurden als Naturdenkmal geschützt. Ein besonderes Kleinod stellt der einzige Topasfelsen Europas, der Schneckenstein, dar.
Im Natur- und Umweltzentrum des Landkreises in Oberlauterbach, als Stätte der Umweltbildung für alle Kreise der Bevölkerung und der Umwelterziehung unserer Kinder,werden Informationen zu allen Fragen des Natur-und Umweltschutzes in Form von ständig wechselnden Ausstellungen, Exkursionen, thematischen Vorträgen, Symposien, Vereinsabenden, Umwelttagen und sonstigen Vorträgen vermittelt. Als Kooperationspartner der Sächsischen Akademie für Natur und Umwelt und als Regionalzentrum im Rahmen der Umweltbildung werden dort auch überregional interessante Themen angeboten.
Bei einem Spaziergang auf einem der angelegten Naturlehrpfade ob im Elstertal, im Treuener Land oder im Waldgebiet, erfährt der interessierte Besucher Wissenswertes aus Natur, Kultur und Geschichte.
Erleben Sie unsere interessante Natur und bewahren Sie durch Ihr Verhalten diesen Schatz!
|


© 2009
Landratsamt Vogtlandkreis
|
|