12.12.2019

Koreaner zeigen Interesse am
„Grünen Band“

Erneut besuchte eine koreanische Delegation die ehemalige Grenzregion nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung vor beinahe 30 Jahren. Diese Woche  begrüßten Karsten Kramer, Persönlicher Referent des Landrats und Thomas Findeis, der für das „Grüne Band“ verantwortliche Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde 13 Kommunalpolitiker, Abgeordnete, Planer und Forscher von der Yanggu-Kommunalregierung in der südkoreanischen Provinz Gangwon am ehemaligen Grenzstreifen.

Der nördliche Teil des Kreises Yanggu war während des Koreakrieges Teil der Frontlinie und grenzt heute an die so genannte „Demilitarisierte Zone“. Karsten Kramer  erinnerte unmittelbar an der heutigen Landesgrenze zu Bayern an die Jubiläumsfeier der Grenzöffnung vor wenigen Wochen: „An dieser Stelle wurde am 12. November 1989 für die Vogtländer und ganz Südwestsachsen die Grenze als eine der ersten geöffnet“.

Bei einem kurzen Gang in das angrenzende Naturschutzgebiet erläuterte Thomas Findeis, Grundzüge des bundesweit längsten Naturschutzprojektes „Grünes Band“. „Die Initiative kam von bayerischen Vogel- und Naturschützern, die unmittelbar an die damalige Grenze die Vogelwelt des ehemaligen „Todesstreifens“ beobachteten. Die immense Artenvielfalt und das Vorkommen ansonsten seltener und gefährdeter Arten sorgten dafür, dass der Grenzstreifen zu einem der größten Naturschutzgebiete wurde. Nach der Grenzöffnung folgten umfassende Bestandserhebungen, die Grundlage für die naturschutzrechtliche Sicherung der Flächen ist.

Das Interesse der Delegation richtete sich neben der Entstehung des ökologischen Schutzgebietssystems auf die heutige Nutzung sowie weitere Entwicklungsideen. Schutz durch extensive Nutzung sei das Credo bei allen Aktivitäten am „Grünen Band“, so Findeis. Die Schutzgebiete bestehen aus von Menschenhand entwickelten Lebensräumen, auch wenn die Zielstellung des damaligen Grenzregimes nicht der Naturschutz war. Um die gefährdete Flora und Fauna zu schützen, sei aktives Handeln weiterhin erforderlich. Grundpfeiler der pfleglichen Nutzung sind heute extensive Grünlandnutzung, Beweidung im Zuge der Hüteschafhaltung sowie weitere Maßnahmen der Landschaftspflege, wie die periodische Rücknahme von Gehölzaufwuchs. Gefördert wird dies durch die Umweltprogramme des Freistaates Sachsen zur nachhaltigen Landwirtschaft und Landschaftspflege.