24.03.2017

Innovationspreis
der Vogtländischen Landwirtschaft 2017
auf Festveranstaltung verliehen

Landwirtschaft lebt von innovativen Ideen und Engagement

Der Innovationspreis der Vogtländischen Landwirtschaft 2017 der Ende Februar im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Plauen auf einer Festveranstaltung verliehen wurde, ging an Familie Doreen und Marco Eibisch aus Neumark.

Beide sind sogenannte Quereinsteiger. Er kommt aus der Elektrobranche, sie war Krankenschwester. Heute ist sie Sennerin und er ist Landwirtschaftsmeister. Aktuell gibt es im Betrieb über 50 Mutterkühe zuzüglich Nachzucht, 30 Milchziegen und 50 Zicklein, ein Pferd, zwei Schweine und viele Hühner, Enten und Gänse. Die Flächenausstattung des Betriebes liegt bei etwa 38 ha, davon sind 23 ha Ackerland, auf dem Ackerfutter und Getreide angebaut wird, der Rest ist Grünland. Die Futterproduktion für den eigenen Tierbestand ist ein wichtiger Punkt.

Die kleine Hofkäserei, die es seit 2014 gibt, wird nach und nach erweitert. Es entstanden dazu eine Kühlzelle und ein Reiferaum. Hier entwickeln die härteren Käsesorten ihren Geschmack und ihr einmaliges Aroma. Die Fertigung des Käses erfolgt liebevoll von Hand, er wird ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker produziert. Selbst das Melken der Ziegen wird in Handarbeit erledigt, wobei eine Ziege rund 3 Liter Milch am Tag gibt. Neben Käse und Milch werden Fleisch und Wurst vom Rind, Kartoffeln, Eier und Obst je nach Saison angeboten. Die neueste Errungenschaft ist ein Verkaufswagen, mit dem die Produkte auch direkt zum Kunden gebracht werden können.

Den Ehrenpreis des Landrates erhielt die Initiative „Heimat braucht Bauern“. Die Jahre 2015 und besonders 2016 waren durch niedrige Preise der meisten landwirtschaftlichen Produkte gekennzeichnet. Besonders lang anhaltend und einschneidend wirkte das Milchpreistief. Aufgeben oder weitermachen? Den Kopf einziehen oder in die Öffentlichkeit gehen? Unter diesen Gesichtspunkten hätte keiner erwartet, dass sich Ende April 2017 über 60 Milcherzeuger aus dem Vogtland und dem Westerzgebirge zusammentun um die Öffentlichkeit auf die krisenhafte Situation der Landwirte, insbesondere der Milcherzeuger aufmerksam zu machen.

Schnell fand sich ein „harter Kern“ der Initiatoren. Stellvertretend seien hier genannt Jörg Mothes von der Marienhöher Milchproduktion in Waldkirchen, Nicole Andermann vom Milchgut Triebtal und Julia Floß vom Familienbetrieb Floß in Pausa. Bei den Zusammenkünften wurden viele kreative Ideen entwickelt, manche auch wieder verworfen, Erfahrungen ausgetauscht, sicher auch mal gestritten und gelacht. Und es tat gut zu wissen, dass man nicht allein ist.

Den Ehrenpreis der Stadt Plauen, ging an den Vogtländischen Jungzüchterclub, der Sonderpreis des Sächsischen Städte- und Gemeindetages ging an den Landwirtschaftsbetrieb Ferdinand Schön aus Muldenhammer/Hammerbrücke. Weitern fünf Nominierten wurde gedankt.

Marie Künstling, Teamleitern Internationales Consulting der IAK, hielt den Festvortrag zu dem Thema „Zukunftsaussichten der Landwirtschaft International", Erfahrungen und Denkanstöße aus 35 Jahren Tätigkeit in der internationalen Agrarberatung der IAK Agrar Consulting GmbH Leipzig.