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450-Euro-Minijob im Gewerbe, Meldung bei der Minijob-Zentrale

Allgemeine Informationen

Stellen Sie als Arbeitgeber fest, dass es sich bei einem Arbeitsverhältnis um einen 450-Euro- oder kurzfristigen Minijob handelt, müssen Sie Ihren Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden.

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (450-Euro-Minijob) liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat EUR 450,00 nicht überschreitet. Bei der Prüfung, ob die Verdienstgrenze von EUR 450,00 im Monat überschritten wird, ist vom regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt auszugehen.

Beispiel: Eine Arbeitnehmerin verdient EUR 300,00 im Monat und erhält jedes Jahr im Dezember ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von EUR 150,00. Das ergibt zusammen EUR 3.750. Ihr regelmäßig monatliches Arbeitsentgelt beträgt folglich EUR 312,50 (EUR 3.750:12). Damit liegt sie nicht über der 450-Euro-Grenze, und die Minijob-Regelungen finden Anwendung.

Das regelmäßige Arbeitsentgelt haben Sie als Arbeitgeber vorausschauend bei Beginn der Beschäftigung beziehungsweise erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen zu ermitteln.

Meldepflichten

für 450-Euro-Minijobs

  • Anmeldungen
  • Abmeldungen
  • gleichzeitige An- und Abmeldung
  • Jahresmeldungen / Jahresmeldungen zur Unfallversicherung (UV)
  • Unterbrechungsmeldungen
  • sonstige Entgeltmeldungen, wie z. B. die Gesonderte Meldung über die beitragspflichtigen Einnahmen
  • Meldungen in Insolvenzfällen

für kurzfristige Minijobs

  • Anmeldungen
  • Abmeldungen
  • UV-Jahresmeldungen

Verfahrensablauf

Für die Meldung zur Sozialversicherung müssen Sie zunächst feststellen, ob eine versicherungsfreie geringfügige Beschäftigung (Minijob) oder eine versicherungspflichtige Beschäftigung vorliegt. Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung können Sie anhand des Personalfragebogens (Muster der Minijob-Zentrale) vornehmen.

Der Personalfragebogen ersetzt nicht den Arbeitsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Beschäftigten. Er dient lediglich zur Vervollständigung der Lohnunterlagen und als Nachweis bei Betriebsprüfungen.

Meldung zur Sozialversicherung und Beitragsnachweis

Zusammen mit der individuellen Meldung zur Sozialversicherung für den jeweiligen Minijobber, übermitteln Sie auch einen Beitragsnachweis über die Höhe Ihrer Abgaben im jeweiligen Beitragsmonat. Beides ist grundsätzlich nur durch Datenübertragung mit zugelassenen systemgeprüften Programmen an die Einzugsstellen möglich.

  • Zur Berechnung der Beiträge und Abgaben können Sie online den "Minijob-Beitragsrechner" nutzen.
  • Für die Anmeldung als auch für die Beitragszahlung brauchen Sie eine achtstellige Betriebsnummer. Sollten Sie noch nicht über eine Betriebsnummer verfügen, beantragen Sie diese beim Betriebsnummernservice der Bundesagentur für Arbeit.

Details zu den Meldeverfahren und was für bestimmte Minijobber wie Schüler oder Praktikanten gilt, entnehmen Sie der Rubrik "Minijobs gewerblich" im Internetportal der Minijob-Zentrale.

Hinweis: Die Übermittlung der Daten in Papierform oder auf Datenträgern ist grundsätzlich nicht mehr zulässig. Eine Möglichkeit zur elektronischen Übertragung der Daten bietet die kostenlose Software "sv.net". Diese beinhaltet die Meldung zur Sozialversicherung und ist ebenso für die Abwicklung der Beitragsnachweise geeignet.

Sonstiges

Rentenversicherung

450-Euro-Minijobber sind im Allgemeinen rentenversicherungspflichtig und zahlen zu dem Beitrag, den Sie als Arbeitgeber leisten, einen Eigenanteil. Auf Antrag (Formular) können sich die Minijobber von der Versicherungspflicht befreien lassen, womit dann allerdings auch nur ein anteiliger Anspruch auf Leistungen aus der Rentenversicherung besteht.

Teilen Sie der Minijob-Zentrale die Befreiung innerhalb von sechs Wochen über die Meldung zur Sozialversicherung (SV-Meldung) mit. Den Befreiungsantrag nehmen Sie zu Ihren Geschäftsunterlagen.

Bei kurzfristigen Minijobs fallen weder für Sie als Arbeitgeber noch für die Minijobber Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung an.

Bei Aufnahme der Beschäftigung vor dem 01.01.2013 ist der oder die 450-Euro-Minijobber(in) grundsätzlich vom Eigenanteil befreit. Weisen Sie die Betreffenden auf die Möglichkeit hin, dass sie mit einem Eigenanteil auf den vollen Rentenversicherungsbeitrag aufstocken können. Es genügt ein Schreiben an Sie, dass die oder der Beschäftigte auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet. Die Mitteilung darüber erfolgt ebenfalls durch Sie als Arbeitgeber mit der SV-Meldung an die Minijob-Zentrale.

Die Erklärung zur Rentenversicherung wirkt sich immer auf alle 450-Euro-Minijobs der oder des Beschäftigten aus.

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium des Innern, Redaktion Amt24 (Quelle: www.minijob-zentrale.de). 03.01.2018

Voraussetzungen

  • Beschäftigungsverhältnis(se) mit einem Gesamtverdienst von maximal EUR 450,00 / Monat (jährlich höchstens EUR 5.400) oder
  • kurzfristiger Minijob (Aushilfe)
    • maximal 3 Monate (2 Monate ab 01.01.2019, wenn Ihr Minijobber an mindestens fünf Tagen pro Woche arbeitet oder
    • 70 Arbeitstage (50 Arbeitstage ab 01.01.2019), wenn Ihr Minijobber regelmäßig weniger als an fünf Tagen wöchentlich arbeitet
    Auf den Verdienst kommt es bei kurzfristigen Minijobs nicht an.

Erforderliche Unterlagen

  • Meldung zur Sozialversicherung
  • Beitragsnachweis

Frist/Dauer

  • Übermittlung des Beitragsnachweises: rechtzeitig vor Fälligkeit der Beiträge
  • Fälligkeit: monatlich (drittletzter Bankarbeitstag)
Informieren Sie sich über die nächsten Fälligkeiten im Internetauftritt der Minijob-Zentrale.

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)