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450-Euro-Minijob im Gewerbe, Meldung bei der Minijob-Zentrale

Allgemeine Informationen

Meldepflicht für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im Gewerbe nach Sozialgesetzbuch, Viertes und Sechstes Buch (§ 115 SGB IV, § 172 SGB VI)

Allgemeine Informationen

Beschäftigen Sie Arbeitnehmer in einem 450-Euro- oder kurzfristigen Minijob, müssen Sie die Beschäftigungsverhältnisse bei der Minijob-Zentrale anmelden. Neben der Meldepflicht bei der Minijob-Zentrale besteht zudem die Melde- und Beitragspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Zusammen mit der individuellen Meldung zur Sozialversicherung für den jeweiligen Minijobber übermitteln Sie in einem elektronischen Verfahren auch einen Beitragsnachweis über die Höhe Ihrer Abgaben im jeweiligen Beitragsmonat.

Bei "Minijobs" handelt es sich um geringfügige Beschäftigungen. Diese liegt vor, wenn entweder

  • das Arbeitsentgelt regelmäßig EUR 450,00 im Monat nicht übersteigt "geringfügig entlohnte Beschäftigung" oder
  • die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist (ab 01.01.2019: 2 Monate oder 50 Arbeitstage) "kurzfristige Beschäftigung" .

Kurzfristige Beschäftigungen gelten ausnahmsweise dann nicht als Minijob, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt EUR 450,00 im Monat übersteigt.

Achtung! Handelt es sich nicht um einen Minijob, müssen Sie die Meldungen zur Sozialversicherung und die Beitragszahlungen nicht mit der Minijob-Zentrale, sondern in der Regel mit der Krankenversicherung Ihres Arbeitnehmers abwickeln.

Verfahrensablauf

Um erstmalig einen Beschäftigten anmelden zu können, benötigen Sie eine Betriebsnummer. Beantragen Sie diese bei der Zentralen Betriebsnummernstelle der Bundesagentur für Arbeit.

Beschäftigungsverhältnis beurteilen

  • Zunächst müssen Sie als Arbeitgeber feststellen, ob es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder einen Minijob handelt. Hierbei hilft der Personalfragebogen, den die Minijob-Zentrale auf ihrer Internetseite zur Verfügung stellt.
  • Liegt eine geringfügige Beschäftigung vor, melden Sie den Arbeitnehmer bei der Minijob-Zentrale an. Die Meldungen müssen Sie mit einem zugelassenen systemgeprüften Programm übermitteln. Sie können dazu beispielsweise die Software "sv.net" abrufen und installieren.
  • Neben den Meldungen zur Sozialversicherung übermitteln Sie der Minijob-Zentrale für einzelne Arbeitnehmer auch ein Beitragsnachweis. Dieser beinhaltet die aufgrund aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse vom Arbeitgeber für einen Monat zu zahlenden Beiträge und Abgaben.

Sonstiges

Rentenversicherung

450-Euro-Minijobber sind im Allgemeinen rentenversicherungspflichtig und zahlen zu dem Beitrag, den Sie als Arbeitgeber leisten, einen Eigenanteil. Auf Antrag (Formular) können sich die Minijobber von der Versicherungspflicht befreien lassen, womit dann allerdings auch nur ein anteiliger Anspruch auf Leistungen aus der Rentenversicherung besteht.

Teilen Sie der Minijob-Zentrale die Befreiung innerhalb von sechs Wochen über die Meldung zur Sozialversicherung (SV-Meldung) mit. Den Befreiungsantrag nehmen Sie zu Ihren Geschäftsunterlagen.

Bei kurzfristigen Minijobs fallen weder für Sie als Arbeitgeber noch für die Minijobber Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung an.

Bei Aufnahme der Beschäftigung vor dem 01.01.2013 ist der 450-Euro-Minijobber grundsätzlich vom Eigenanteil befreit, soweit der Verdienst monatlich regelmäßig 400 EUR monatlich nicht übersteigt. Weisen Sie die Betreffenden auf die Möglichkeit hin, dass sie mit einem Eigenanteil auf den vollen Rentenversicherungsbeitrag aufstocken können. Es genügt ein Schreiben an Sie, dass die oder der Beschäftigte auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet. Die Mitteilung darüber erfolgt ebenfalls durch Sie als Arbeitgeber mit der SV-Meldung an die Minijob-Zentrale.

Die Erklärung zur Rentenversicherung wirkt sich immer auf alle 450-Euro-Minijobs des Beschäftigten aus.

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. 24.08.2018

Voraussetzungen

  • Beschäftigungsverhältnis(se) mit einem Gesamtverdienst von maximal EUR 450,00 / Monat (jährlich höchstens EUR 5.400) oder
  • kurzfristiger Minijob (Aushilfe)
    • maximal 3 Monate (2 Monate ab 01.01.2019, wenn Ihr Minijobber an mindestens fünf Tagen pro Woche arbeitet oder
    • 70 Arbeitstage (50 Arbeitstage ab 01.01.2019), wenn Ihr Minijobber regelmäßig weniger als an fünf Tagen wöchentlich arbeitet
    Auf den Verdienst kommt es bei kurzfristigen Minijobs nicht an.

Erforderliche Unterlagen

  • Meldung zur Sozialversicherung
  • Beitragsnachweis

Frist/Dauer

Anmeldung:

  • grundsätzlich mit der ersten Abrechnung
  • spätestens 6 Wochen nach Beschäftigungsbeginn.
Achtung! Ausnahmsweise kann eine sogenannte Sofortmeldung erforderlich sein bei Arbeitsverhältnissen in Branchen mit erhöhtem Risiko für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.

Übermittlung des Beitragsnachweises:

  • rechtzeitig vor Fälligkeit (monatlich drittletzter Bankarbeitstag)

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)

Kosten

für die Meldung: keine