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Verwaltungsleistungen A-Z

Nachlass-Sicherung

Allgemeine Informationen

Bis zur Annahme einer Erbschaft hat das Nachlassgericht für die Sicherung des Nachlasses zu sorgen, soweit ein Bedürfnis besteht. Das Gleiche gilt, wenn Erbende unbekannt oder wenn ungewiss ist, ob diese die Erbschaft angenommen haben.

Als Sicherungsmaßnahmen kommen beispielsweise in Betracht:

  • Bestellung eines Nachlasspflegers oder einer Nachlasspflegerin
  • Siegelung (Kennzeichnung von Nachlassgegenständen)
  • Hinterlegung von Geld, Wertpapieren und Kostbarkeiten
  • Aufnahme eines Nachlassverzeichnisses
  • andere Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise
    • Sperrung von Konten
    • Anordnung des Verkaufs verderblicher Sachen

Zu den Aufgaben des Nachlasspflegers oder der Nachlasspflegerin gehört insbesondere (sofern die Nachlasspflegschaft nicht auf einzelne Aufgaben beschränkt wird), den Bestand des Nachlasses festzustellen, den Nachlass in Besitz zu nehmen sowie die Erbenden zu ermitteln. Über den Bestand des Nachlasses fertigt der Nachlasspfleger oder die Nachlasspflegerin ein Verzeichnis an und reicht es bei Gericht ein. Zur Ermittlung der Erbenden kann er oder sie Anfragen durchführen oder auch Inserate aufgeben. Seine Aufwendungen darf der Pfleger beziehungsweise die Pflegerin gegenüber dem Nachlass in Rechnung stellen und dem Nachlass entnehmen.

Verfahrensablauf

Das Nachlassgericht ist verpflichtet, von Amts wegen für die Sicherung des Nachlasses der verstorbenen Person zu sorgen, wenn ein Bedürfnis für Sicherungsmaßnahmen besteht.

  • Das Nachlassgericht kann die Sicherungsmittel grundsätzlich frei wählen. Die Art der Sicherungsmaßnahmen ist im Einzelnen dem pflichtgemäßen Ermessen des Gerichts überlassen. Es muss sich in seiner Entscheidung aber von den vermögensrechtlichen Interessen des oder der endgültig Erbenden leiten lassen.
  • Das Nachlassgericht hat einen Nachlasspfleger oder eine Nachlasspflegerin zu bestellen, wenn die Bestellung zum Zwecke der gerichtlichen Geltendmachung eines Anspruchs, der sich gegen den Nachlass richtet, von der berechtigten Person beantragt wird.

Kosten (Gebühren)

  • Verfahren im Allgemeinen: 0,5-facher Gebührensatz (abhängig vom Nachlasswert)
  • Nachlasspflegschaft (Jahresgebühr): EUR 10,00 je angefangene EUR 5.000 des Nachlasswerts, mindestens EUR 200,00

Zusätzlich können für Siegelung, Entsiegelung und Aufnahme eines Nachlassverzeichnisses weitere Gebühren entstehen. Bei Bestellung eines Nachlasspflegers oder einer Nachlasspflegerin hat dieser oder diese Anspruch auf Aufwandsadentschädigung beziehungsweise Vergütung. Die Kosten treffen den oder die endgültig Erbenden.

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24. 09.11.2021

Zuständige Stelle

Nachlassgericht am Amtsgericht

Fristen

 keine