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Architekten / Stadtplaner, Eintragung bei der Architektenkammer Sachsen beantragen

Allgemeine Informationen

Die Berufsbezeichnung "Architekt / Architektin, "Innenarchitekt / Innenarchitektin", "Landschaftsarchitekt / Landschaftsarchitektin" oder "Stadtplaner / Stadtplanerin" darf im Freistaat Sachsen führen, wer unter dieser Bezeichnung in die Architekten- oder Stadtplanerliste der Architektenkammer Sachsen eingetragen ist.

Eine Eintragung in eine der oben genannten Listen ist nicht erforderlich, wenn Sie bereits in eine entsprechende Liste bei der Architektenkammer eines anderen Bundeslandes eingetragen sind.

Die in die Architekten- und Stadtplanerliste bei der Architektenkammer Sachsen Eingetragenen sind Pflichtmitglied der Architektenkammer Sachsen. Es gelten Berufspflichten.

Achtung! Sollten Sie die oben genannten Berufsbezeichnungen unberechtigt führen, ist die Architektenkammer Sachsen befugt, Ihnen dies zu untersagen. Das unberechtigte Führen der Berufsbezeichnung ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Hinweise:

  • Besitzen Sie einen akademischen Titel (z.B. Dipl.-Ing, Bachelor, Master etc.) sind Sie unabhängig vom Führen der oben genannten Berufsbezeichnung berechtigt, diesen Titel zu führen.
  • Bei einem akademischen Titel aufgrund einer ausländischen Ausbildungsbezeichnung führen Sie den Titel in der Sprache des Herkunftsmitgliedstaates unter Zusatz von Name und Ort der Lehranstalt oder des Prüfungsausschusses, welche(r) die Ausbildungsbezeichnung verlieh.

Mit der Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung "Architekt" oder " Innenarchitekt" sind Sie auch berechtigt, Bauvorlagen zu unterzeichnen.

Voraussetzungen

  • Wohnung, berufliche Niederlassung oder überwiegende Berufsausübung im Freistaat Sachsen
  • Berufsausübung
    • nach Studienabschluss in der Regel 2 Jahre praktische Tätigkeit in den wesentlichen Berufsaufgaben Ihrer Fachrichtung oder
    • erfolgreiche Absolvierung eines Berufspraktikums oder Baureferendariats
  • mindestens 5 Weiterbildungsveranstaltungen in der jeweiligen Fachrichtung nach Studienabschluss innerhalb der letzten 3 Jahre
  • im Falle der selbstständigen Tätigkeit: ausreichende Haftpflichtversicherung

Weitere Voraussetzungen, abhängig von Art und Herkunft des Ausbildungsnachweises / der Berufsqualifikation:

Ausbildungsnachweis – Inland

  • Studienabschluss in der entsprechenden Fachrichtung von min. 8 Semestern Regelstudienzeit an einer deutschen Hochschule, der die inhaltlichen Anforderungen nach dem Sächsischen Architektengesetz erfüllt
    • Studienanforderung Architektur
    • Studienanforderung Innenarchitektur
    • Studienanforderung Landschaftsarchitektur
    • Studienanforderung Stadtplaner
      Anlage 1 zu § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SächsArchG

Ausbildungsnachweis / Berufsqualifikation – EU-Mitgliedstaaten oder diesen gleichgestellte Staaten

  • Ausbildungsnachweis / Berufsqualifikation, der oder die in einem EU-Mitgliedsstaat oder diesen gleichgestellten Staaten zur Aufnahme und Ausübung des Berufes des Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten oder Stadtplaners berechtigt
  • Feststellung der Architektenkammer Sachsen, dass in bestimmten Punkten keine wesentlichen Unterschiede zu den gesetzlich festgelegten Eintragungsanforderungen bestehen

bei Ausübung des Berufes als Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner aus einem oder mehreren EU-Mitgliedstaaten beziehungsweise diesen gleichgestellten Staaten, in denen der jeweilige Beruf nicht reglementiert ist:

  • Nachweis der Berufsausübung über eine Dauer von min. 1 Jahr oder eine entsprechende Gesamtdauer in Teilzeit während der vorhergehenden 10 Jahre
  • Anerkennung durch die Architektenkammer Sachsen, dass in bestimmten Punkten keine wesentlichen Unterschiede zu den gesetzlich festgelegten Eintragungsanforderungen bestehen

Ausschließlich bei der Berufsbezeichnung "Architekt" kann

  • eine automatische Anerkennung erfolgen, wenn die Voraussetzungen der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie (RL 2005/36/EG) vorliegen, z.B. nach Art. 21 und 46 in Verbindung mit Anhang V Nummer 5.7.1. oder einer anderen Regelung oder
  • die Berechtigung zum Führen dieser Berufsbezeichnung gemäß den Anforderungen des Art. 48 der Berufsanerkennungsrichtlinie gegeben sein

Ausbildungsnachweis – andere Staaten

  • Ausbildungsnachweis, den die Architektenkammer Sachsen als gleichwertig mit den jeweils erforderlichen inländischen Studienanforderungen anerkannt hat (Feststellung der Gleichwertigkeit)
Hinweis:

Für Antragstellende mit einer Berufsqualifikation aus einem EU- Mitgliedstaat oder einem diesem gleichgestellten Staat oder für Spätaussiedler

Für den Fall, dass die Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation nicht festgestellt werden konnte beziehungsweise wesentliche Unterschiede in der Berufsqualifikation festgestellt worden ist, besteht für Sie – nach den Vorgaben des SächsArchG – die Möglichkeit, bestimmte Ausgleichsmaßnahmen (Eignungsprüfung, Anpassungslehrgang) durchführen zu können.

Achtung! Rechtfertigen Tatsachen die Annahme, dass Sie nicht die für die Berufsausübung erforderliche Zuverlässigkeit und persönliche Eignung besitzen, wird Ihnen die Eintragung versagt.

Verfahrensablauf

Rufen Sie über Amt24 das Antragsformular auf und drucken Sie es aus. Reichen Sie das ausgefüllte und unterschriebene Formular mit den erforderlichen Unterlagen bei der Architektenkammer Sachsen ein.

  • Die Architektenkammer Sachsen bestätigt Ihnen binnen eines Monats nach Eingang des Antrags den Empfang der Unterlagen und teilt Ihnen gegebenenfalls mit, welche Unterlagen fehlen.
  • Nach erfolgter Eintragung erhalten Sie eine Urkunde.

Erforderliche Unterlagen

bei inländischem Ausbildungsnachweis:

  • Antragsformular (Formulare & Online-Dienste)
  • Identitätsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über die Wohnung, Niederlassung oder überwiegende Ausübung des Berufes im Freistaat Sachsen (einfache Kopie)

  • Nachweis über den erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Studienganges an einer deutschen Hochschule, welcher die Anerkennungskriterien erfüllt (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Bescheinigung der Ausbildungseinrichtung über die für den Studiengang festgelegte Regelstudienzeit (nur für Abschlüsse Dipl.-Ing. (FH) oder Bachelor; einfache Kopie)
  • Nachweis praktischer Tätigkeit (einfache Kopie) oder eines Berufspraktikums nach den Vorgaben des SächsArchG von mindestens zwei Jahren oder eines erfolgreich abgeschlossenen Baureferendariates (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis des Besuches von Weiterbildungsveranstaltungen(einfache Kopie)

bei Ausbildungsnachweis / Berufsqualifikation aus einem EU-Mitgliedstaat oder diesem gleichgestellten Staat, in dem der Beruf reglementiert ist:

  • Antragsformular (Formulare & Online-Dienste)
  • Identitätsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über die Wohnung, Niederlassung oder überwiegende Ausübung des Berufes im Freistaat Sachsen (einfache Kopie)
  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis praktischer Tätigkeit (einfache Kopie) oder eines Berufspraktikums nach den Vorgaben des SächsArchG von mindestens zwei Jahren (Original oder beglaubigte Kopie)

in dem dieser Beruf nicht reglementiert ist:

  • Antragsformular (Formulare & Online-Dienste)
  • Staatsangehörigkeitsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über die Wohnung, Niederlassung oder überwiegende Ausübung des Berufes im Freistaat Sachsen (einfache Kopie)
  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis, dass dieser Beruf 1 Jahr während der vorhergehenden 10 Jahre in einem der oben genannten Staaten bereits ausgeübt wurde (einfache Kopie).

für den Bereich der automatischen Anerkennung / Sonderanerkennung für Architekten im Bereich der Berufsanerkennungsrichtlinie:

  • Antragsformular (Formulare & Online-Dienste)
  • Staatsangehörigkeitsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über die Wohnung, Niederlassung oder überwiegende Ausübung des Berufes im Freistaat Sachsen (einfache Kopie)
  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • ggf. zusätzlich Nachweis eines Berufspraktikums nach den Vorgaben des SächsArchG von mindestens zwei Jahren (Original oder beglaubigte Kopie)

oder

  • Nachweise über die Berechtigung auf der Grundlage von Art. 48 der RL 2005/36/EG (einfache Kopie)

bei ausländischen Ausbildungsnachweis (Drittstaat):

  • Antragsformular (Formulare & Online-Dienste)
  • Staatsangehörigkeitsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über die Wohnung, Niederlassung oder überwiegende Ausübung des Berufes im Freistaat Sachsen (einfache Kopie)
  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Erklärung, ob und bei welcher Stelle und mit welchem Ergebnis bereits ein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation gestellt wurde
  • Nachweis praktischer Tätigkeit (einfache Kopie) oder eines Berufspraktikums nach den Vorgaben des SächsArchG von mindestens zwei Jahren oder eines erfolgreich abgeschlossenen Baureferendariates (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis des Besuches von Weiterbildungsveranstaltungen (einfache Kopie)

bei selbstständiger Tätigkeit:

  • Nachweis einer ausreichenden Berufshaftpflichtversicherung (einfache Kopie)
  • sofern Sie den Zusatz "Frei" verwenden möchten: Nachweis einer eigenverantwortlichen und unabhängigen Tätigkeit (einfache Kopie)

Übersetzungen

Ausbildungsnachweisen und Nachweisen zur Berufserfahrung, die nicht in Deutsch verfasst sind, müssen Sie eine Übersetzung in deutscher Sprache hinzufügen. Zur Übersetzung autorisiert sind ausschließlich öffentlich bestellte oder beeidigte Dolmetscherinnen / Dolmetscher oder Übersetzerinnen / Übersetzer.

Im Einzelfall kann die zuständige Stelle weitere Unterlagen oder Übersetzungen in deutscher Sprache verlangen.

Frist/Dauer

Verfahrensdauer: bis zu 3 Monate nach Einreichen der vollständigen Unterlagen (im begründeten Ausnahmefall bis zu maximal 4 Monate)

Gültigkeit der Eintragung: unbefristet

Kosten

  • Gebühr für die Eintragung: mindestens EUR 80,00; in der Regel EUR 160,00
  • jährlicher Kammerbeitrag: EUR 385,00 ermäßigt EUR 96,00

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Zuständige Stelle

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)

Sonstiges

Elektronische Signatur / Unterschrift

Wer kann die elektronische Signatur nutzen?

Jeder, der über Unterlagen verfügt, die in der Bundesrepublik Deutschland oder von einem EU-Mitgliedstaat oder einem diesem gleichgestellten Staat ausgestellt oder anerkannt worden sind.

Wie kann ich elektronisch unterschreiben

Um das Unterschriftenerfordernis auch bei elektronischer Antragstellung erfüllen zu können, ist eine qualifizierte elektronische Signatur nötig. Nur dadurch kann die sichere Identitätsfeststellung des Absenders gewährleistet werden.

Ihr Antrag sowie die notwendigen Erklärungen erfordern Ihre eigenhändige Unterschrift. Ihr Antragsformular muss nach deutschem Recht mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sein, um als unterschrieben zu gelten. Dafür benötigen Sie ein entsprechendes Programm. Elektronische Signaturen können Sie erwerben bei:

  • Vertrauensdiensteanbietern (lt. Verzeichnis der Bundesnetzagentur) oder
  • der Bundesdruckerei (für Bürger mit neuem Personalausweis/nPA oder elektronischem Aufenthaltstitel)

Bei der elektronischen Einreichung genügt es, wenn Sie einfache Kopien zu den nötigen Nachweisen einreichen, in begründeten Fällen ist die Architektenkammer Sachsen berechtigt, beglaubigter Kopien zu verlangen.