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Aufstiegs-BAföG zur beruflichen Fortbildung für Fachschüler und Teilnehmer mit ausländischer Staatsbürgerschaft beantragen

Allgemeine Informationen

Achtung! Änderung der zuständigen Stelle zum 01.08.2017: Ab August 2017 nimmt die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) Anträge zum Aufstiegs-BAföG für alle Berufe und alle Antragstellenden mit Wohnsitz im Freistaat Sachsen entgegen.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) sieht – vergleichbar mit dem BAföG – unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung vor, wenn Sie sich über die Facharbeiter- und Gesellenprüfung oder den Berufsfachschulabschluss hinaus fortbilden wollen.

Die Förderung nach dem AFBG, auch bekannt unter "Aufstiegs-BAföG" (vormals "Meister-BAföG"), ist für Maßnahmen gedacht, mit denen Sie sich auf Meisterprüfungen und vergleichbare Abschlüsse vorbereiten. Anders als das BAföG für Studierende können Sie die Aufstiegsförderung ohne Altersbeschränkung wahrnehmen.

Welche Leistungen beinhaltet die Förderung?

  • Maßnahmebeitrag (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren)
  • Unterhaltsbeitrag (einkommens- und vermögensabhängig)
  • Familienkomponente
    • Unterhaltszuschläge für jedes Kind
    • Zuschuss für Alleinerziehende

Unterhaltsbeitrag und -zuschläge können Sie nur bei Vollzeitfortbildungen erhalten.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufzunehmen.

Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch den Bund und die Länder.

Hinweis: Sollten Sie bereits an einer anderen Aufstiegsfortbildung teilgenommen haben, bedeutet dies nicht automatisch, dass Ihnen keine Leistungen mehr nach dem AFBG zustehen – vorausgesetzt, Sie haben die bisherige Fortbildung nicht auch schon mit Leistungen nach dem AFBG finanziert.

Konditionen

Art der Förderung

  • zinsvergünstigtes Darlehen

Höhe der Förderung

  • Maßnahmebeitrag:
    Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu EUR 15.000 und die tatsächlich angefallenen Kosten für die Anfertigung eines Prüfungs- oder Meisterstücks bis zur Hälfte, höchstens jedoch EUR 2.000
  • Unterhaltsbeitrag:
    • Basisbeitrag bis zu EUR 768,00
    • Erhöhungsbetrag für Verheiratete/Verpartnerte bis zu EUR 235,00
    • Erhöhungsbetrag je Kind für welches der Teilnehmer kindergeldberechtigt ist bis zu EUR 235,00
  • Kinderzuschlag Alleinerziehende für EUR 130,00 je Kind

Zuschüsse:

  • Maßnahmebeitrag: 40 %
  • Unterhaltsbeitrag: 50 %

Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Art der Förderung

  • zinsvergünstigtes Darlehen

Es handelt sich zivilrechtlich gesehen um einen (normalen) Kredit. Wurde Ihnen das "Aufstiegs-BAföG" grundsätzlich bewilligt, darf die KfW Ihren Kreditantrag jedoch nicht ablehnen.

Laufzeit
10 Jahre (bis zu 6 Jahre tilgungsfrei)

Rückzahlung

  • monatliche Raten von mindestens EUR 128,00
  • wahlweise fester oder variabler Zinssatz
  • Rückzahlung in Teilbeträgen möglich

Teilweiser Erlass- und Stundungsmöglichkeiten (nur auf Antrag) bei:

  • bestandener Abschlussprüfung
  • Existenzgründung und Einstellung von Auszubildenden/Arbeitnehmern innerhalb von 3 Jahren nach Beendigung der Maßnahme
  • geringem Einkommen
  • Pflege eines bis zu 9-jährigen oder behinderten Kindes bzw. eines nahen Angehörigen bei einer Wochenarbeitszeit von maximal 30 Stunden

Voraussetzungen

Die Fortbildung muss gezielt vorbereiten auf:

  • öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung,
  • gleichwertige Fortbildungsabschlüsse nach bundes- oder landesrechtlichen Regelungen oder

  • gleichwertige Fortbildungsabschlüsse an anerkannten Ergänzungsschulen auf der Grundlage staatlich genehmigter Prüfungsordnungen.

Der Lehrgang soll also auf einen Fortbildungsabschluss vorbereiten wie beispielsweise Handwerks- oder Industriemeister, Erzieher, Techniker, Fachkaufmann, Heilerziehungspfleger, Betriebswirt.

Art und Umfang der Fortbildung:

  • Voll- oder Teilzeitmaßnahme in öffentlicher oder privater Trägerschaft (auch Fern- oder mediengestützter Lehrgang)
  • mindestens 400 Unterrichtsstunden
  • 3 Jahre Teilzeitmaßnahmen maximal 4 Jahre

Weitere Voraussetzungen

  • Grad der beruflichen Höherqualifizierung über dem Level einer abgeschlossenen Erstausbildung beispielsweise zum Facharbeiter- oder Gesellen, Vorqualifikation nach den Festlegungen der jeweiligen Fortbildungsordnung für die Prüfungszulassung.
Tipp: Lässt die Prüfungsordnung Ihrer Maßnahme dies zu, können Sie ggf. auch als Studienabbrecher/in oder Abiturient/in ohne vorherige Berufsausbildung Förderung erhalten, selbst einen Hochschulabschluss auf Bachelor-Ebene (oder ein dem vergleichbarer Abschluss) schließt eine Förderung nach dem „Aufstiegs-BAföG“ nicht grundsätzlich aus.
  • Der Lebensunterhalt kann nicht aus eigenen Einkünften und eigenem Vermögen gedeckt werden – es gelten Einkommens- / Vermögensgrenzen

Einkommensfreibeträge:

  • EUR 290,00 je Teilnehmer (unter Berücksichtigung weiterer Punkte kann auch Minijob bis zu EUR 450,00 anrechnungsfrei)
  • + EUR 570,00 für Ehegatten/eingetragene Lebenspartner
  • + EUR 520,00 je Kind

Freibetrag vom Einkommen des Ehegatten/Lebenspartners: EUR 1.145

Vermögensfreibeträge:

  • EUR 45.000 je Teilnehmer
  • +EUR 2.100 für Ehegatten/eingetragene Lebenspartner
  • +EUR 2.100 je Kind

Teilnehmer ausländischer Staatsangehörigkeit

Ob Sie als Ausländer förderungsberechtigt sind, hängt von Ihrem jeweiligen ausländerrechtlichen Status ab und ob Sie die konkreten Voraussetzungen des § 8 AFBG erfüllen. Setzen Sie sich zur Beratung bitte mit der zuständigen Stelle in Verbindung.

Verfahrensablauf

Informieren Sie sich im Vorfeld, ob eine Fortbildungsförderung infrage kommt. Nähere Auskunft erhalten Sie bei der Antragsstelle ("Zuständige Stelle").

Antrag elektronisch übermitteln

Sie haben die Möglichkeit, den Antrag elektronisch zu übermitteln. Dafür benötigen Sie einen aktivierten neuen Personalausweis, ein Lesegerät und Ihre PIN. Hier erfolgt die Authentisierung elektronisch, so dass Sie den Antrag nicht mehr ausdrucken, unterschreiben und per Post übersenden müssen. Das Datum der erfolgreichen Übertragung gilt als Antragsdatum.

Folgende Formblätter können Sie elektronisch übermitteln:

  • Formblatt A
  • Anlage 1 zum Formblatt A
  • Anlage 2 zum Formblatt A
  • Formblatt G
Technischer Hinweis: Mit einigen neueren Web-Browsern (insbesondere Mozilla Firefox und Safari) lassen sich ausfüllbare PDF-Formulare nicht bearbeiten. Weichen Sie in diesem Fall auf andere Browser aus wie etwa den Internet-Explorer von Microsoft, auf den die Formulare abgestimmt sind.

Alternative: Antrag schriftlich stellen

  • Zur schriftlichen Antragstellung füllen Sie bitte das Antragsformular und alle weiteren benötigten Formblätter aus und drucken diese.
  • Reichen Sie den unterschriebenen Antrag und alle Unterlagen bei der zuständigen Stelle ein.
  • Unterschreiben Sie Ihr Antragsformular und holen die notwendigen Unterschriften für die weiteren Formblätter ein.
  • Das Antragsformular können Sie per Post schicken oder persönlich bei der zuständigen Stelle abgeben. Es gilt ausschließlich das Datum des Posteinganges als Antragsdatum.

Förderdarlehen

Wurde Ihnen die Förderung bewilligt, können Sie ein Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen.

Erforderliche Unterlagen

  • Antrag (ausgefüllter Vordruck bzw. Online-Antrag)
  • Unterlagen und Nachweise

Welche Dokumente und Nachweise Sie im Einzelnen einreichen müssen, ist in den Formularen aufgeführt.

Frist/Dauer

  • Antragstellung: spätestens bis zum Ende der Fortbildung / des Fortbildungsabschnitts
  • Auszahlung von Unterhaltsbeiträgen: frühestens ab Beginn der Fortbildung (rückwirkende Zahlung vor dem Monat der Antragstellung nicht möglich)

Kosten

  • Verfahrensgebühr: keine
  • Darlehenszinsen

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Landesdirektion Sachsen (Landesamt für Ausbildungsförderung)

Zuständige Stelle

bis 31.07.2017: Landesamt für Ausbildungsförderung

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)