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Erbschaft ausschlagen

Allgemeine Informationen

Wenn Sie erfahren, dass Sie aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder aufgrund eines Testaments als Erbe oder Miterbe berufen sind, müssen Sie sich alsbald darüber schlüssig werden, ob Sie endgültig Erbe sein wollen. Wollen Sie die Erbschaft nicht antreten, müssen Sie innerhalb der vorgesehenen Frist die Ausschlagung der Erbschaft erklären.

Verfahrensablauf

Sie müssen die Ausschlagung gegenüber dem Nachlassgericht erklären.

  • Die Erklärung muss entweder zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form abgegeben werden. Ein bloßer Brief an das Nachlassgericht genügt also keinesfalls.
  • Wenn Sie das Nachlassgericht nicht selbst aufsuchen wollen oder können, müssen Sie Ihre Unterschrift unter der Ausschlagungserklärung von einem Notar oder einer Notarin beglaubigen lassen und dafür Sorge tragen, dass die Erklärung noch innerhalb der Frist beim Nachlassgericht eingeht.
  • Ihre Ausschlagung führt dazu, dass der Anfall der Erbschaft bei Ihnen als nicht erfolgt gilt. Die Erbschaft fällt demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte. Das Nachlassgericht setzt diesen Erben von der Ausschlagung in Kenntnis.

Erforderliche Unterlagen

gegebenenfalls: öffentlich beglaubigte Ausschlagungserklärung

Frist/Dauer

Ausschlagungsfrist:

  • 6 Wochen
  • bei letztem Wohnsitz des Erblassers im Ausland oder Auslandsaufenthalt des Erben: 6 Monate

Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem Sie Kenntnis von dem Anfall und dem Berufungsgrund (gesetzliche Erbfolge oder letztwillige Verfügung) der Erbschaft erlangt haben. Ist der Erbe durch eine letztwillige Verfügung berufen, beginnt die Frist aber nicht vor der Bekanntgabe der Verfügung von Todes wegen (Eröffnung des Testaments) durch das Nachlassgericht.

Die sechsmonatige Frist gilt, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland hatte oder Sie sich als Erbe bei Fristbeginn im Ausland aufhalten.

Kosten

bei Ausschlagung vor dem Nachlassgericht:

  • Verfahrenskosten, abhängig vom Wert des Nachlasses
  • in der Regel EUR 30,00, insbesondere wenn der Nachlass überschuldet ist

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsische Staatskanzlei, Redaktion Amt24. 23.08.2017

Zuständige Stelle

Nachlassgericht am Amtsgericht

Bezugsorttext

Geben Sie den letzten Wohnort des / der Verstorbenen ein: