Verwaltungsleistungen A-Z

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z

Beratende Ingenieure (Ausland), vorübergehende und gelegentliche Tätigkeit bei der Ingenieurkammer Sachsen anzeigen

Allgemeine Informationen

Sie haben im Freistaat Sachsen weder einen Wohnsitz noch eine Niederlassung und üben Ihren Beruf auch nicht überwiegend hier aus? Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Berufsbezeichnung "Beratender Ingenieur / Beratende Ingenieurin" auch führen, ohne in die entsprechende Liste bei der Ingenieurkammer Sachsen eingetragen zu sein.

Bevor Sie als ausländischer Beratender Ingenieur / Beratende Ingenieurin erstmalig Dienstleistungen im Freistaat Sachsen erbringen, müssen Sie dies gegenüber der Ingenieurkammer Sachsen anzeigen.

Berufsbezeichnung aus dem Herkunftsstaat

Sofern Sie innerhalb der EU oder einem diesen Staaten gleichgestellten Staat niedergelassen sind, können Sie vorübergehend und gelegentlich Dienstleistungen als Beratender Ingenieur / Beratende Ingenieurin unter der Berufsbezeichnung erbringen, die Sie im Staat Ihrer Niederlassung führen. Beachten Sie jedoch, dass es zu keiner Verwechslung mit der Berufsbezeichnung "Beratender Ingenieur / Beratende Ingenieurin" kommen darf; diese ist nach dem Sächsischen Ingenieurgesetz geschützt.

Es gelten Berufspflichten, der Ingenieurkammer Sachsen gehören Sie jedoch nicht als Pflichtmitglied an.

Tätigwerden unter den geschützten Berufsbezeichnungen

Sie können für das vorübergehende und gelegentliche Tätigwerden nicht die Berufsbezeichnung eines EU-Mitgliedstaates oder eines diesen Staaten gleichgestellten Staat führen (weil es z. B. keine entsprechende Berufsbezeichnung gibt oder sie nicht innerhalb dieser Staaten niedergelassen sind)? In diesem Fall muss die Ingenieurkammer Sachsen vor dem erstmaligen Tätigwerden prüfen, ob Ihre Berufsqualifikation mit den hiesigen Anforderungen gleichwertig ist. Sie dürfen dann die oben genannte geschützte Berufsbezeichnung "Beratender Ingenieur / Beratende Ingenieurin" führen.

Achtung! Sollten Sie die Berufsbezeichnung "Beratender Ingenieur/ Beratende Ingenieurin" unberechtigt führen, ist die Ingenieurkammer Sachsen befugt, Ihnen dies zu untersagen. Das unberechtigte Führen der Berufsbezeichnung ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.
Hinweise:
  • Besitzen Sie einen akademischen Titel (zum Beispiel Dipl.-Ing, Bachelor, Master etc.) sind Sie unabhängig vom Führen der oben genannten Berufsbezeichnung berechtigt, diesen Titel zu führen.
  • Bei einem akademischen Titel aufgrund einer ausländischen Ausbildungsbezeichnung führen Sie den Titel in der Sprache des Herkunftsmitgliedstaates unter Zusatz von Name und Ort der Lehranstalt oder des Prüfungsausschusses, welche(r) die Ausbildungsbezeichnung verlieh.

Einheitlicher Ansprechpartner (EA)

Für dieses Verfahren können Sie sofern Sie unter die Richtlinie 2006/123/EG fallen den Service des Einheitlichen Ansprechpartners in Anspruch nehmen. Dieser begleitet Sie durch das Verfahren, übernimmt für Sie die Korrespondenz mit allen für Ihr Anliegen zuständigen Stellen und steht Ihnen als kompetenter Berater zur Seite.

Voraussetzungen

  • weder Wohnung noch Niederlassung oder Berufsausübung im Freistaat Sachsen
  • ausschließlich vorübergehende und gelegentliche Berufsausübung im Freistaat Sachsen
  • Berechtigung zum Führen dieser oder einer vergleichbaren Berufsbezeichnung aufgrund einer Regelung Ihres Herkunftsmitgliedstaates oder
  • Ausübung diese Berufes in Ihrem Herkunftsmitgliedstaat oder
  • gleichwertige Berufsausbildung/Berufsqualifikation

Verfahrensablauf

Die Anzeige muss schriftlich erfolgen. Teilen Sie mit, dass Sie die erstmalige Leistungserbringung beabsichtigen; legen Sie ihrem Schreiben (oder benutzen Sie das Antragsformular der Ingenieurkammer Sachsen) die erforderlichen Unterlagen bei.

  • Die Ingenieurkammer Sachsen bestätigt Ihnen den Empfang der Unterlagen und teilt Ihnen gegebenenfalls mit, ob und wenn ja welche Unterlagen fehlen.
  • Wenn Sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, erhalten Sie eine Bescheinigung über die Eintragung in das entsprechende Verzeichnis bei der Ingenieurkammer Sachsen.
Hinweis: Teilen Sie wesentliche Änderungen gegenüber der Situation, die Sie mit den vorgelegten Dokumenten bescheinigt haben, unverzüglich der Ingenieurkammer Sachsen mit!

Erforderliche Unterlagen

Die Unterlagen richten sich nach den jeweiligen Anerkennungskriterien.

Im Einzelnen einzureichen sind:

  • Anzeige der Absicht zur Erbringung von Dienstleistungen als Beratender Ingenieur /Beratende Ingenieurin im Freistaat Sachsen (formloses Schreiben oder Antragsformular der Ingenieurkammer Sachsen) und
  • Identitätsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis über das Bestehen einer ausreichenden Haftpflichtversicherung (einfache Kopie)

sowie

bei Ausbildungsnachweisen aus Nicht-EU- Mitgliedstaaten oder diesen gleichgestellten Staaten:

  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Nachweis einer mindestens 2-jährigen beruflichen Tätigkeit in den einschlägigen Berufsaufgaben (in beliebiger Form)

bei Antragstellenden mit Niederlassung in einem EU-Mitgliedstaat oder diesem gleichgestellten Staat:

in dem dieser Beruf oder die Ausbildung reglementiert ist:

  • Bescheinigung über die Niederlassung in diesen Staaten (in beliebiger Kopie)
  • Ausbildungsnachweis (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Angabe der Berufsbezeichnung des Niederlassungsstaates

in dem dieser Beruf oder die Ausbildung nicht reglementiert ist:

  • Bescheinigung über der Niederlassung in diesen Staaten (in beliebiger Form)
  • Ausbildungsnachweis/ Nachweis der Berufsqualifikation (Original oder beglaubigte Kopie)
  • Bescheinigung in beliebiger Form, dass Sie diesen Beruf ein Jahr lang während der vorhergehenden 10 Jahre ausgeübt haben (in beliebiger Form)
Hinweise:
  • Ausbildungsnachweisen und Nachweisen zur Berufserfahrung, die nicht in Deutsch verfasst sind, müssen Sie eine Übersetzung in deutscher Sprache hinzufügen. Zur Übersetzung autorisiert sind ausschließlich öffentlich bestellte oder beeidigte Dolmetscherinnen / Dolmetscher oder Übersetzerinnen / Übersetzer.
  • Im Einzelfall kann die zuständige Stelle weitere Unterlagen oder Übersetzungen in deutscher Sprache verlangen

Frist/Dauer

    • Anzeige: vor Aufnahme des erstmaligen Tätigwerdens in Sachsen
    • Eingangsbestätigung: binnen 1 Monat nach Antragseingang
    • Gültigkeit der Bescheinigung: 1 Jahr (Verlängerung auf Antrag jeweils jährlich um ein Jahr)
Hinweis: Bereits unmittelbar nach der Anzeige können Sie die Dienstleistungstätigkeit aufnehmen. Muss erst die Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation festgestellt werden, dürfen Sie erst tätig werden, wenn Ihnen die Bestätigung der Ingenieurkammer vorliegt.

Kosten

  • Welche Gebühren für das Anzeigeverfahren erhoben werden, erfahren Sie bei der Ingenieurkammer Sachsen.
  • Verfahrensgebühr bei Anzeigeverfahren: EUR 190,00 (40 Euro Grundgebühr und 150 Euro Antragsbearbeitung und Antrag)

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)

Sonstiges

Elektronische Signatur / Unterschrift

Wer kann die elektronische Signatur nutzen?

Jeder, der über Unterlagen verfügt, die in der Bundesrepublik Deutschland oder von einem EU-Mitgliedstaat oder einem diesem gleichgestellten Staat ausgestellt oder anerkannt worden sind.

Wie kann ich elektronisch unterschreiben?

Um das Unterschriftenerfordernis auch bei elektronischer Antragstellung erfüllen zu können, ist eine qualifizierte elektronische Signatur nötig. Nur dadurch kann die sichere Identitätsfeststellung des Absenders gewährleistet werden. Ihr Antrag sowie die notwendigen Erklärungen erfordern Ihre eigenhändige Unterschrift. Ihr Antragsformular muss nach deutschem Recht mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sein, um als unterschrieben zu gelten. Dafür benötigen Sie ein entsprechendes Programm. Elektronische Signaturen können Sie erwerben bei:

  • Vertrauensdiensteanbietern (lt. Verzeichnis der Bundesnetzagentur) oder
  • der Bundesdruckerei (für Bürger mit neuem Personalausweis/nPA oder elektronischem Aufenthaltstitel)

Bei der elektronischen Einreichung genüg es, wenn Sie einfache Kopien zu den nötigen Nachweisen einreichen, in begründeten Fällen ist die Ingenieurkammer Sachsen berechtigt, beglaubigter Kopien zu verlangen.