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Beratung für Prostituierte

Beratung für Prostituierte

Mit dem 1. Juli 2017 trat das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft. Zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen sieht es eine Anmeldung für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie für Einrichtungen des Erotikgewerbes vor. Die Anmeldungen müssen in den Kommunen bzw. Landratsämtern vorgenommen werden, auf deren Gebiet die sexuelle Dienstleistung hauptsächlich durchgeführt wird. Da in Sachsen Prostitution nur in Städten mit mindestens 50.000 Einwohnern erlaubt ist, betrifft dies neben Leipzig, Zwickau und Dresden nur noch Görlitz, Chemnitz und Plauen. In diesen Städten wird es künftig möglich sein, sich anzumelden.

In welchem Amt die Anmeldung in Plauen vorgenommen werden muss, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht festgelegt. Wir werden Sie an dieser Stelle informieren, sobald es hierzu Neuigkeiten gibt.

Die Anmeldung für in der Prostitution tätige Männer und Frauen muss aller zwei Jahre wiederholt werden. Voraussetzung für die Anmeldung ist außerdem eine Gesundheitsberatung nach § 10 ProstSchG, welche jährlich wiederholt werden muss und aller Voraussicht nach durch das Gesundheitsamt durchgeführt wird. Für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter unter 21 Jahren halbieren sich die Fristen (Anmeldung jährlich, Gesundheitsberatung halbjährlich). Für die Anmeldung und die Gesundheitspflichtberatung werden Gebühren erhoben.

Zunächst erst einmal:
Die Gesundheitspflichtberatung hat nichts mit dem bereits bestehenden freiwilligen Testungs- und Beratungsangebot zu tun, das ebenfalls im Gesundheitsamt stattfindet und weiterhin bestehen bleibt. Wenn Sie sich auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen möchten, wenn Sie Fragen zu Ihrer Gesundheit oder auch zu anderen Themen haben, können Sie in die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Infektionen kommen. Dieses Angebot bleibt anonym und kostenfrei.
Das Prostituiertenschutzgesetz ist ein Bundesgesetz. Es braucht jedoch ein Ausführungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes, um für die Anmeldungen und die Gesundheitsberatung eine Rechtsgrundlage zu haben. Dieses Ausführungsgesetz wird von der sächsischen Staatsregierung derzeit erarbeitet. Es ist davon auszugehen, dass es erst im Frühjahr 2018 in Kraft tritt. Erst dann wird es also hier in Plauen möglich sein, die Forderungen des Prostituiertenschutzgesetzes voll umzusetzen.

Für die Zeit bis dahin gilt:

  • Die Anmeldung einer Tätigkeit als Prostituierte bzw. Prostituierter ist auf Grund der fehlenden Rechtsgrundlage beim Landratsamt Vogtlandkreis zum 1. Juli 2017 nicht möglich.
  • Die gesundheitliche Beratung nach § 10 ProstSchG wird ab sofort im Gesundheitsamt durchgeführt.

Fragen können Sie an Frau Leikom unter der Telefonnummer 03741/ 300-3549 richten.