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Fahrgastrechte Fernbus, Erstattungen und Entschädigungen

Allgemeine Informationen

Für den Fernbus-Linienverkehr gelten EU-weit einheitliche Fahrgastrechte. Verzögert sich beispielsweise die Abfahrt zu einer über 250 Kilometer weiten Fahrt um mehr als zwei Stunden, ist Ihnen der Fahrpreis zu erstatten oder alternativ die Fortsetzung der Fahrt anzubieten. Andernfalls können Sie zusätzlich eine Entschädigung in Höhe des halben Fahrpreises verlangen.

Es gelten folgende Regelungen (Auszug):

Annullierung, Überbuchung oder Verspätung

Fährt der Bus voraussichtlich mehr als 120 Minuten später ab, ist die Fahrt überbucht oder wird sie abgesagt, muss Ihnen der Beförderer

  • die Fortsetzung der Fahrt unter vergleichbaren Bedingungen anbieten (gegebenenfalls mit geänderter Streckenführung) oder
  • den Fahrpreis erstatten und Sie schnellstmöglich zum ursprünglichen Abfahrtsort zurückbringen

Geschieht dies nicht, besteht zusätzlich zur Fahrpreiserstattung ein Anspruch auf Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises.

Bei einer Verspätung um mehr als 90 Minuten oder einer Annullierung von einem Busbahnhof sind dem Fahrgast anzubieten:

  • Imbisse, Mahlzeiten oder Erfrischungen
  • falls erforderlich Hotelzimmer für bis zu zwei Nächte (mit bis zu EUR 80,00 Kosten pro Nacht)

Darüber hinaus bestehen besondere Fahrgastrechte für Menschen mit Behinderungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sowie Mindestanforderungen an die Reiseinformationen.

Hinweis:  Der Beförderer muss Sie spätestens 30 Minuten nach der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit über die Lage und über die voraussichtliche Abfahrtszeit informieren.

Zuständige Stelle

  • der jeweilige Beförderer (Verkehrsunternehmen)

Voraussetzungen

Die Regelungen für Verspätung, Annullierung und Überbuchung gelten nur für Busfahrten im Linien-Fernverkehr mit einer Wegstrecke ab 250 Kilometern (beispielsweise nicht für Ausflugs- und Touristikfahrten).

Der Anspruch auf Erstattung / Entschädigung ist ausgeschlossen bei

  • Umständen, die außerhalb des Beförderers liegen
  • einem Verschulden der oder des Reisenden
  • Verursachung durch Dritte
Hinweis: Für besonders ermäßigte und Zeitfahrkarten beachten Sie bitte die Regelungen gemäß den Beförderungsbedingungen des jeweiligen Fernbusunternehmens.

Verfahrensablauf

  • Lassen Sie sich die Verspätung oder die sonstigen Mängel vom Personal oder am Terminal bestätigen.
  • Machen Sie Ihren Anspruch gegenüber dem Beförderer (Verkehrsdienstleister) geltend.

Kommt der Dienstleister seinen Verpflichtungen nicht oder nur unzureichend nach, können Sie sich bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP) oder beim Eisenbahn-Bundesamt beschweren.

Erforderliche Unterlagen

  • Kopie des Fahrscheins
  • bei personengebundenen Fahrkarten ein Identitätsnachweis
  • Quittungen (auch in Kopie) über weitere Kosten (Übernachtung, Taxi, Fahrkarte)

Kosten

keine

Sonstiges

Informationspflicht der Reisenden:

Bevor Sie Leistungen nach dem Fahrgastrecht wahrnehmen, müssen Sie Kenntnis davon haben, dass der Fernlinienbus wahrscheinlich mit der entsprechenden Verspätung abfahren wird.

Als Informationsquellen nutzen Sie bitte insbesondere

  • ausgehängte Fahrpläne und Informationen über Fahrplanänderungen
  • Auskünfte der Beförderer und Terminalbetreiber, elektronische Anzeigen und Lautsprecheransagen
  • die Fahrplaninformationen aus Buchungssystemen, zu denen Ihnen das Verkaufspersonal Auskunft gibt
  • verfügbare Fahrplan- und Reisenden-Informationsmedien

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium des Innern, Redaktion Amt24

Bezugsorttext

(keine Ortsauswahl erforderlich)