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Umzugskosten als Werbungskosten bei Lohn- und Einkommensteuer

Allgemeine Informationen

Die Kosten für einen Umzug aus beruflichen Gründen können Sie als Werbungskosten bei der Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen. Sie können den Werbungskostenabzug aber auch bereits während des laufenden Kalenderjahres im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren beantragen.

Als Werbungskosten werden Aufwendungen bezeichnet, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen dienen. Sie dürfen von den steuerpflichtigen Einnahmen (zum Beispiel Arbeitslohn) abgezogen werden und mindern so die vom Arbeitgeber einzubehaltende Lohnsteuer beziehungsweise die vom Finanzamt festzusetzende Einkommensteuer.

Ist ein Wohnungswechsel beruflich veranlasst, so werden die dabei entstandenen Kosten bis zu der Höhe des Betrages als Werbungskosten anerkannt, der einem Bundesbeamten nach dem Bundesumzugskostengesetz und der Auslandsumzugskostenverordnung als Umzugskostenvergütung höchstens gezahlt werden könnte.

Abzugsfähige Aufwendungen

Für den Werbungskostenabzug kommen folgende Aufwendungen in Betracht:

  • Reisekosten nach den hierfür geltenden Grundsätzen für Wohnungssuche und -besichtigung sowie für die Umzugsreise selbst, zum Beispiel Fahrtkosten, Mehraufwendungen für Verpflegung in Höhe der gesetzlichen Pauschbeträge und gegebenenfalls sogar Übernachtungskosten
  • notwendige Transportkosten (einschließlich Transportversicherung) für die Beförderung des Umzugsgutes, zum Beispiel durch einen Spediteur
  • notwendige ortsübliche Maklergebühren für die Vermittlung einer Mietwohnung und einer Garage, nicht aber die beim Grundstückserwerb anfallenden Nebenkosten (zum Beispiel Maklergebühren, Notarkosten und Grundbuchgebühren)
  • gegebenenfalls doppelte Mietaufwendungen, wenn der neue Mietvertrag nicht unmittelbar an den vorherigen Mietvertrag anschließt
  • Kosten für den umzugsbedingten zusätzlichen (Nachhilfe-)Unterricht der Kinder, zum Beispiel infolge eines Schulwechsels
  • Kosten für die Beschaffung (einschließlich Anschluss) eines Kochherdes und von Öfen in Mietwohnungen, wenn ihre Beschaffung beim Bezug der neuen Wohnung notwendig ist, weil sie zum Beispiel vom Vermieter nicht gestellt werden
  • sonstige Umzugskosten wie beispielsweise:
    • Kosten für Zeitungsinserate, Telefon und Internet sowie Porti
    • Gebühren für die Änderung von Personal- und Fahrzeugdokumenten sowie die Anschaffung neuer Kfz-Kennzeichen
    • Verpflegungskosten für Umzugshelfer

Pauschbetrag

Anstatt die sonstigen Umzugskosten im Einzelnen nachzuweisen, kann hierfür auch ein Pauschbetrag angesetzt werden.

Umzug beendet nach (Datum) | Höhe Pauschbetrag für Umzug innerhalb der BRD

Hinweis: Familienstand am Tag vor dem Einladen des Umzugsgutes.

Eheleute und Lebenspartner*

  • 31.12.2009: EUR 1.271
  • 31.12.2010: EUR 1.279
  • 31.07.2011: EUR 1.283
  • 31.12.2011: EUR 1.314
  • 29.02.2012: EUR 1.357
  • 31.12.2012: EUR 1.374
  • 31.07.2013: EUR 1.390
  • 28.02.2014: EUR 1.429
  • 28.02.2015: EUR 1.460
  • 29.02.2016: EUR 1.493
  • 28.02.2017: EUR 1.528

*) Eheleute, eingetragene Lebenspartner und Gleichgestellte i. S. d. § 10 Absatz 2 Bundesumzugskostengesetz (BUKG)

Ledige**

  • 31.12.2009: EUR 636,00
  • 31.12.2010: EUR 640,00
  • 31.07.2011: EUR 641,00
  • 31.12.2011: EUR 657,00
  • 29.02.2012: EUR 679,00
  • 31.12.2012: EUR 687,00
  • 31.07.2013: EUR 695,00
  • 28.02.2014: EUR 715,00
  • 28.02.2015: EUR 730,00
  • 29.02.2016: EUR 746,00
  • 28.02.2017: EUR 764,00

**) Ledige, die die Voraussetzungen des § 10 Absatz 2 Satz 1 Bundesumzugskostengesetz (BUKG) nicht erfüllen

Für jede weitere Person, die zum Haushalt gehört (mit Ausnahme des Ehepartners oder Lebenspartners) erhöht sich der Pauschbetrag:

  • nach dem 31.12.2009 um je EUR 280,00
  • nach dem 31.12.2010 um je EUR 282,00
  • nach dem 31.07.2011 um je EUR 283,00
  • nach dem 31.12.2011 um je EUR 289,00
  • nach dem 29.02.2012 um je EUR 299,00
  • nach dem 31.12.2012 um je EUR 303,00
  • nach dem 31.07.2013 um je EUR 306,00
  • nach dem 28.02.2014 um je EUR 315,00
  • nach dem 28.02.2015 um je EUR 322,00
  • nach dem 29.02.2016 um je EUR 329,00
  • nach dem 28.02.2017 um je EUR 337,00

Den vollen Pauschbetrag kann in der Regel nur in Anspruch nehmen, wer vor dem Einladen des Umzugsgutes eine Wohnung hatte und nach dem Umzug wieder eine Wohnung einrichtet. Eine Wohnung erfordert immer mindestens ein Zimmer mit Kochgelegenheit und separater Toilette. Richtet die Person am neuen Wohnort keine Wohnung ein (zum Beispiel mietet sie nur ein möbliertes Zimmer an) oder hatte sie vor dem Umzug keine Wohnung (zum Beispiel, weil sie noch im Haushalt der Eltern lebte), darf der Pauschbetrag nur anteilig in Anspruch genommen werden (Ledige zu 20 Prozent, Verheiratete zu 30 Prozent). Der volle Pauschbetrag gilt ausnahmsweise für den Rück-Umzug aus dem Ausland, wenn das Umzugsgut aus Anlass des vorangegangenen beruflichen Auslandseinsatzes untergestellt war.

Ging dem aktuellen Umzug innerhalb von fünf Jahren ein beruflich veranlasster Wohnungswechsel im gleichen Dienst- / Arbeitsverhältnis voraus, kann der Pauschbetrag gegebenenfalls um einen Häufigkeitszuschlag von 50 Prozent erhöht werden. Es muss sich um Umzüge handeln, bei denen davor und danach eine Wohnung vorhanden war beziehungsweise vorhanden ist. Der Häufigkeitszuschlag ist ausgeschlossen, wenn für einen Umzug oder beide Umzüge nur der anteilige Pauschbetrag beansprucht werden kann oder wenn der vorausgegangene Umzug aus Anlass der Einstellung (Aufnahme des Dienst- / Arbeitsverhältnisses) erfolgte.

Hinweis: Ihr Arbeitgeber kann Ihnen auch bestimmte Umzugskosten steuerfrei erstatten. Für Umzugskosten, die Sie steuerfrei erstattet bekommen haben, ist der Werbungskostenabzug aber ausgeschlossen.

Tipp: Ihr steuerlicher Berater und Ihr Finanzamt können Ihnen im Detail Auskunft darüber geben, ob und in welcher Höhe die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Umzug entstandenen Kosten als Werbungskosten berücksichtigt werden können und welche Besonderheiten es bei Auslandsumzügen zu beachten gilt.

Voraussetzungen

Der Umzug muss aus beruflichen Gründen erfolgen.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn

  • der gesamte Betrieb in einen anderen Ort verlegt wird und der Arbeitnehmer nachzieht,
  • ein Arbeitnehmer eine neue Arbeitsstelle in einer anderen Gemeinde findet und dorthin zieht,
  • der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen den Umzug fordert (zum Beispiel Bezug oder Räumung einer Dienstwohnung) oder
  • sich infolge des Umzugs die tägliche Fahrtzeit zum Arbeitsplatz für Hin- und Rückweg insgesamt um mindestens eine Stunde verringert.

Ist der Umzug dagegen nicht beruflich, sondern privat veranlasst, sind die Umzugskosten in der Regel sogenannte Kosten der Lebensführung, die steuerlich nicht abziehbar sind.

Verfahrensablauf

Sie geben die Ihnen entstandenen Umzugskosten im Abschnitt "Werbungskosten" der Anlage N zur Einkommensteuererklärung beziehungsweise 2017 (ab 2018: in der Anlage Werbungkosten zum Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag) und legen die berufliche Veranlassung dar (gegebenenfalls auf einem gesonderten Blatt).

Anhand der eingereichten Unterlagen prüft das Finanzamt, ob die Umzugskosten als Werbungskosten berücksichtigt werden können.

Bewahren Sie für eventuelle Rückfragen des Finanzamts die Belege über die Umzugskosten auf. Die sonstigen Umzugskosten müssen Sie nicht im Einzelnen angeben und nachweisen, wenn Sie hierfür den Pauschbetrag in Anspruch nehmen.

Erforderliche Unterlagen

  • für das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren: Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung (ab 2018: Hauptvordruck mit Anlage Werbungskosten)
  • für die Veranlagung zur Einkommensteuer: Einkommensteuererklärung (Mantelbogen) mit Anlage N
  • Belege (gegebenenfalls)

Frist/Dauer

  • Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung: bis 30.11. des jeweiligen Kalenderjahres
  • Geltendmachung im Rahmen der Einkommensteuererklärung: innerhalb festgelegter Abgabeadfristen (grundsätzlich bis 31.05. des Folgejahres)
  • Antragsveranlagung: innerhalb der vierjährigen Festsetzungsadverjährungsadfrist (spätestens am 31.12. des viertfolgenden Kalenderjahres, zum Beispiel für 2013 spätestens am 31.12.2017)

Kosten

keine

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium der Finanzen

Zuständige Stelle

Finanzamt

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