Trinkwasserversorgung aus Hausbrunnen - Rechte und Pflichten der Betreiber

Die Trinkwasserversorgung aus Hausbrunnen stellt eine regional noch verbreitete Form der Trinkwassergewinnung dar.

Hausbrunnen unterliegen uneingeschränkt gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) und der Trinkwasserverordnung. Gemäß § 3 Nummer 2 der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV) vom 10. März 2016 (BGBl. I S. 459), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 3. Januar 2018 (BGBl. I S. 99) geändert worden ist, gelten Kleinanlagen zur Eigenversorgung (Hausbrunnen) zu den überwachungspflichtigen Anlagen.

Jedem Brunnenbesitzer sollte bewusst sein, dass bei Nutzung des eigenen Brunnens sämtliche gesetzliche Regelungen der Trinkwasserverordnung zu beachten sind. Auch über Hausbrunnen können Gesundheitsschäden Dritter möglich sein und einen erheblichen Umfang annehmen, für die der Inhaber dieser Wasserversorgung dann die persönliche Haftung zu übernehmen hat.

Zu nennen wären hier zum einen die Übertragung von Infektionskrankheiten aufgrund fäkal verunreinigter Wässer oder eine Vergiftung der Leber wegen täglichen Konsums von mit Schwermetallen belastetem Wasser. Letzteres ist möglich, wenn das Wasser sauer ist, nicht aufbereitet wird und in der Installation Materialien verwendet wurden, die nicht für saure Wässer geeignet sind. Auch die Belastung mit Nitrat im Trinkwasser aus Hausbrunnen ist nicht zu unterschätzen.

Das Gesundheitsamt überwacht die Versorgung mit Trinkwasser aus privaten Hausbrunnen durch Kontrollen und Begehungen der Anlagen und der Überprüfung der Qualität des Trinkwassers. Dies bedeutet, dass das Gesundheitsamt bestimmt, wann der Inhaber eines Hausbrunnens welche Wasseruntersuchungen wie häufig durchzuführen hat. Nach der Trinkwasserverordnung darf die Überwachungsbehörde nur Untersuchungen einschließlich der Probenentnahmen von solchen Untersuchungsstellen anerkennen, die in der Liste der anerkannten Stellen des entsprechenden Bundeslandes aufgeführt sind. Eine Kopie der Untersuchungsergebnisse ist dem Gesundheitsamt innerhalb von 2 Wochen nach Bekanntwerden unaufgefordert vorzulegen. Das Original ist zehn Jahre lang aufzubewahren. Es besteht ebenso die Möglichkeit, eine Untersuchung durch das Gesundheitsamt durchführen zu lassen.

Die Untersuchung der mikrobiologischen Parameter hat jährlich

  • Koloniezahl bei 22 und 36 °C,
  • Escherichia coli,
  • coliforme Bakterien und
  • Enterokokken
  • Clostridium perfringens (bei Verdacht auf Beeinflussung von Oberflächenwasser),

die der chemischen Parameter

  • Oxidierbarkeit,
  • Nitrat,
  • Nitrit,
  • Ammonium,
  • Eisen,
  • Mangan,
  • elektrische Leitfähigkeit,
  • Trübung,
  • Färbung,
  • Geruch und
  • pH-Wert,
  • (bei pH-Werten kleiner als 6,5 auch Kupfer und Aluminium)

im maximalen Abstand von 3 Jahren zu erfolgen.

Grenzwertüberschreitungen sind umgehend dem Gesundheitsamt zu melden, das über die weiteren Maßnahmen zu entscheiden hat. Die notwendigen Maßnahmen können von Kontrolluntersuchungen über Sanierungsmaßnahmen bis zur Einrichtung einer Wasseraufbereitungsanlage reichen. Hier stehen Ihnen die Mitarbeiter des Sachgebietes Hygiene/Umweltmedizin auch als Berater zur Seite. Sie erreichen uns unter den Telefonnummern:

  • Region Auerbach, Reichenbach - 03741 300-3537
  • Region Oelsnitz, Klingenthal – 03741 300-3535
  • Stadt Plauen und Plauen Land - 03741 300-3534

Weitere Informationen können Sie der Broschüre des Umweltbundesamtes »Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen« entnehmen.

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut und Wasser unser wichtigstes Lebensmittel. Seien Sie es sich wert und kontrollieren Sie regelmäßig, ob Ihr Wasser noch genussvoll getrunken werden kann.

(Stand: 24.01.2019)