Tracht

Das Vogtland gehört zu den deutschen Landschaften, in denen die Volkstracht als landschaftstypische Bekleidungsform der dörflichen Bevölkerung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart Spuren hinterlassen hat. Heimatvereine, Chöre und Folkloregruppen tragen gegenwärtig zu einer Trachtenerneuerung bei.

Die von angrenzenden Kulturlandschaften, wie Oberfranken, Thüringen und Egerland beeinflusste besondere Kleidung entwickelte sich um 1800 als schmuckreiche Festtagsbekleidung in den vogtländischen Dörfern. Dunkle Farbtöne von braun über blau bis violett kennzeichneten die oft gestreiften langen Röcke der Frauen und auch Schürzen und Schultertücher sowie die wattierten kurzen Jacken, der Spenzer, waren in diesen Farben gehalten. Die gegilbten Westen der Männer oder der lange Überrock und die ledernen Beinkleider waren ebenfalls dunkelfarbig. Nur weiße Blusen und Hemden hellten das Trachtenbild auf. Besonders kennzeichnend und reich geschmückt war die sogenannte Buckelhaube der Frauen.

Mit der frühen Anbindung des Vogtlandes an die Eisenbahn (1848) und der schnellen Ausbreitung der Textilindustrie begannen der Einfluss und die Vorherrschaft städtischer Moden, so dass die Tracht nach 1860 an Bedeutung verlor. Nur Heimatvereine und Museen pflegten im 20. Jahrhundert u. a. durch Trachtenfeste die Tradition und bewahrten ein Stück regionaler Volkskultur vor dem Vergessen.