Moosmann-Sage vom "Schwarzen Stein"

Die Frau des Moosmännleins war zum Sterben krank geworden. Sie lag auf einem Bett von Leuchtmoos, stöhnte und wimmerte, während das Moosmännlein sein Herzeleid den Tieren des Waldes klagte.

Als ein Bettelmönch durch den Wald kam, hielt ihn das Moosmännlein an, klagte ihm sein Leid und bat ihn ganz herzlich, er möge doch seinem sterbenden Weiblein den erwünschten letzten Segen erteilen. Zum Lohn wolle er ihm auch seinen ganzen Mantelsack voll Laub füllen.

Der Mönch wusste zwar von dem Gerede der Menschen, die sich erzählten, dass die Moosleute für erwiesene Liebe aus Dankbarkeit Laub verschenkten, das sich zu Hause in Gold verwandelte, glaubte aber in seinem Stolz nicht daran und fuhr das Männlein hart an, während er dem sterbenden Weiblein den letzten Segen verweigerte.

Ergrimmt über soviel Unbarmherzigkeit und Unmenschlichkeit sagte das Männlein: "Hart wie ein Stein ist dein Herz, Mönch, so sollst du ganz zu Stein werden und bis in alle Ewigkeit hier an der Stelle stehen bleiben. Allen zur Mahnung, die ebenso hartherzig zu anderen Menschen sind."

Das Moosweiblein starb. Und zwischen Falkenstein und Grünbach steht heute noch der versteinerte Mönch, der "Schwarze Stein". Sein Gesicht ist noch zu erkennen und mit etwas Glück findet man dort auch heute Leuchtmoos.

Günter Pfau
nach W. Rudert