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Verwaltungsleistungen

Minijob im Gewerbe, Meldung bei der Minijob-Zentrale

Allgemeine Informationen

Meldepflicht für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse im Gewerbe nach Sozialgesetzbuch, Viertes und Sechstes Buch (§ 115 SGB IV, § 172 SGB VI)

Allgemeine Informationen

Beschäftigen Sie Arbeitnehmer/innen bei geringfügiger Entlohnung bis 520 Euro, müssen Sie die Beschäftigungsverhältnisse bei der Minijob-Zentrale anmelden. Neben der Meldepflicht bei der Minijob-Zentrale besteht zudem die Melde- und Beitragspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Zusammen mit der individuellen Meldung zur Sozialversicherung für den oder die Minijobber/in übermitteln Sie in einem elektronischen Verfahren auch einen Beitragsnachweis über die Höhe Ihrer Abgaben im jeweiligen Beitragsmonat.

Bei "Minijobs" handelt es sich um geringfügige Beschäftigungen. Diese liegt vor, wenn entweder

  • das Arbeitsentgelt regelmäßig EUR 520,00 im Monat nicht übersteigt - "geringfügig entlohnte Beschäftigung" - oder
  • die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist - "kurzfristige Beschäftigung" -.

Kurzfristige Beschäftigungen gelten ausnahmsweise dann nicht als Minijob, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt EUR 520,00 im Monat übersteigt.

Achtung! Handelt es sich nicht um einen Minijob, müssen Sie die Meldungen zur Sozialversicherung und die Beitragszahlungen nicht mit der Minijob-Zentrale, sondern in der Regel mit der Krankenversicherung Ihrer Arbeitnehmerin oder ihrem Arbeitnehmer abwickeln.

Verfahrensablauf

Um erstmalig einen Beschäftigten anmelden zu können, benötigen Sie eine Betriebsnummer. Beantragen Sie diese bei der Zentralen Betriebsnummernstelle der Bundesagentur für Arbeit.

Beschäftigungsverhältnis beurteilen

  • Zunächst müssen Sie als Arbeitgeber feststellen, ob es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder einen Minijob handelt. Hierbei hilft der Personalfragebogen, den die Minijob-Zentrale auf ihrer Internetseite zur Verfügung stellt.
  • Liegt eine geringfügige Beschäftigung vor, melden Sie den Arbeitnehmer bei der Minijob-Zentrale an. Die Meldungen müssen Sie mit einem zugelassenen systemgeprüften Programm übermitteln. Sie können dazu beispielsweise die Software "sv.net" abrufen und installieren.
  • Neben den Meldungen zur Sozialversicherung übermitteln Sie der Minijob-Zentrale für einzelne Arbeitnehmer auch ein Beitragsnachweis. Dieser beinhaltet die aufgrund aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse vom Arbeitgeber für einen Monat zu zahlenden Beiträge und Abgaben.

Hinweise (Besonderheiten)

Rentenversicherung

  • Minijobber sind im Allgemeinen rentenversicherungspflichtig und zahlen zu dem Beitrag, den Sie als Arbeitgeber leisten, einen Eigenanteil. Auf Antrag (Formular) können sich die Minijobber von der Versicherungspflicht befreien lassen, womit dann allerdings auch nur ein anteiliger Anspruch auf Leistungen aus der Rentenversicherung besteht.
    Teilen Sie der Minijob-Zentrale die Befreiung innerhalb von sechs Wochen über die Meldung zur Sozialversicherung (SV-Meldung) mit. Den Befreiungsantrag nehmen Sie zu Ihren Geschäftsunterlagen.
  • Bei kurzfristigen Minijobs fallen weder für Sie als Arbeitgeber noch für die Minijobber Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung an.

Rechtsgrundlage

  • § 8 Sozialgesetzbuch, Viertes Buch (SGB IV) - Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit
  • § 115 SGB IV - Übergangsvorschriften: Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit
  • § 172 Sozialgesetzbuch, Sechstes Buch (SGB VI) - Arbeitgeberanteil bei Versicherungsfreiheit und Befreiung von der Versicherungspflicht

Freigabevermerk

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. 04.10.2022

Voraussetzungen

  • Beschäftigungsverhältnis(se) mit einem Gesamtverdienst von maximal EUR 520,00 / Monat (jährlich höchstens EUR 6.240) oder
  • kurzfristiger Minijob (Aushilfe): 3 Monate oder 70 Arbeitstage

Auf den Verdienst kommt es bei kurzfristigen Minijobs nicht an.

Erforderliche Unterlagen

  • Meldung zur Sozialversicherung
  • Beitragsnachweis

Fristen

Anmeldung:

  • grundsätzlich mit der ersten Abrechnung
  • spätestens sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn.

Achtung! Ausnahmsweise kann eine sogenannte Sofortmeldung erforderlich sein bei Arbeitsverhältnissen in Branchen mit erhöhtem Risiko für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.

Übermittlung des Beitragsnachweises:

  • rechtzeitig vor Fälligkeit (monatlich drittletzter Bankarbeitstag)

Kosten (Gebühren)

für die Meldung: keine

Weiterführende Informationen