07.10.2019

Ausstellung „30 Jahre Mauerfall“ im Landratsamt eröffnet  

„Wir sind das Volk“ ertönte es zehntausendfach Woche für Woche auf den Demonstrationen im Herbst vor 30 Jahren. Wohl kaum ein anderer Spruch prägte die Wendezeit so wie dieser. Ja, er wurde zum „Schlachtruf“ für eine Friedliche Revolution, wie sie die Welt vorher noch  nie gesehen hatte. Des Volkes Wille  brachte in den darauffolgenden Tagen und Wochen die wohl gefährlichste Mauer der Welt zu Fall.  

Menschen wie Du und Ich, Arbeiter, Rentner, Schüler, Intellektuelle nahmen ihren Mut zusammen und brachten Schulter an Schulter eine Stimmung des Aufbruchs in eine demokratische Welt zum Ausdruck. Unmissverständlich demonstrierte  man den Willen  zur Veränderung, ohne Gewalt, mit freien Wahlen und Meinungsfreiheit.

Jene, die in diesen Wirren der gesellschaftlichen Veränderung noch mehr Mut hatten und die Geschehnisse für die Nachwelt mit Kamera und Notizbock festhielten, ungeachtet dessen, das ihnen Repressalien drohen könnten,  gebührt besondere Achtung und Anerkennung. Jean-Curt Röder, der heute anwesend ist,  ist einer von denen, die die nötige Courage aufbrachten.

Die Ausstellung im Landratsamt nimmt ihre Besucher mit auf eine bewegende Zeitreise.  Gezeigt werden Menschen, die mit ihrem Mut, am 7. Oktober 1989 sowie in den Wochen und Monaten danach, für Reformen eintraten und sich für ein geeintes deutsches Vaterland einsetzten, lädt Landrat Rolf Keil die Vogtländerinnen und Vogtländer und die Plauener zum Besuch der Ausstellung  ein.

Gemeinsam mit Jean-Curt Röder, dem bekannten Verleger und Buchautor, konnte das Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit / Marketing mit einmaligen Aufnahmen in acht Collagen in den Vitrinen an der Außenfassade des Landratsamtes, auf 24 Bildtafeln und weiteren Roll-ups in einer Ausstellung zusammenfassen, die an den 7. Oktober und die folgenden Wochen vom Herbst 1989 in Plauen erinnern soll.

Die Zeitfenster an der Fassade des Landratsamtes zeigen in Collagen diese Ereignisse. Die gestalteten Schaukästen sollen zum Innehalten einladen, zum Erinnern und zum Nachdenken.

Unterstützt wird die Ausstellung von dem bisher nur einmal im Jahr 1992 veröffentlichten Film „Wir hatten nie Probleme mit ihnen“. Er zeigt unter anderem das Seelenleben von DDR-Bürgern aus den Grenzdörfern Sachsgrün und Wiedersberg an der Ullitz, die von den Machenschaften des DDR-Systems unter massivem Einfluss standen.

Jean-Curt Röder und Susann Schmidt, Grafikerin im Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit / Marketing, die wesentlichen Anteil an der Zusammenstellung und Aufbereitung des historischen Materials hat, führte durch die Ausstellung. „Alles in allem zeigt die Ausstellung von einschneidenden und wichtigen Ereignissen der deutsch-deutschen und vor allem der regionalen Geschichte. Sie ist vor allem für all jene interessant, die mit dabei waren, aber auch für die, die es nicht erlebt haben und für die es ein Anstoß sein soll, dass Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Demokratie und persönliche Entfaltung ein wertvolles Gut sind“, so Susann Schmidt.

Die Ausstellung bleibt bis zum 19. November geöffnet und kann zu den üblichen Öffnungszeiten von Jedermann kostenlos besucht werden. Empfehlenswert ist die Ausstellung im Besonderen für Schulklassen, weil der einmalige historische Wert der Dokumentation Geschichte für die jüngere Generation erlebbar macht: Der geeinte Wille des Volkes hat ganz ohne Gewalt Mauern zum Einstürzen gebracht.