02.08.2019

Der Vogtlandkreis informiert zum Fuchsbandwurm

Wer in dieser Jahreszeit durch Wald und Wiesen streift, stößt häufig auf wilde Beeren, Pilze und andere Früchte. Die Versuchung ist groß, von den Gaben der Natur zu naschen. Doch viele machen sich Gedanken, ob sie zum Schutz ihrer Gesundheit auf das Verzehren dieser Früchte verzichten sollten.

Verursacher dieser Unsicherheit ist der Fuchsbandwurm, wissenschaftlich auch Echinococcus multilocularis genannt. Ein kurzer Bandwurm, der beim Menschen die sogenannte Alveoläre Echinokokkose, eine meldepflichtige Erkrankung, auslöst. In Deutschland treten pro Jahr etwa 20 bis 50 Neuerkrankungen auf. Dem Gesundheitsamt Vogtlandkreis wurde in den letzten Jahren nur ein Erkrankungsfall gemeldet
(Stand: Mai 2019)

Der Fuchsbandwurm legt einen langen Weg zurück, ehe er (im schlimmsten Fall) auf den Menschen trifft.
Die Eier des Bandwurms werden überwiegend von Füchsen ausgeschieden und von kleinen Nagetieren aufgenommen. In deren Organen reifen die Larven heran und gelangen durch das Fressen der Nager als Beute des Fuchses wieder in dessen Körper. Der Mensch ist damit ein sogenannter „Fehlwirt“, da er keinen Anteil an diesem Entwicklungszyklus hat, sich aber trotzdem mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann. Dies geschieht durch die Aufnahme von Wurmeiern über den Mund. Bis heute ist nicht sicher geklärt, ob das Essen von Waldfrüchten und Pilzen tatsächlich einen Risikofaktor darstellt. Eher wird angenommen, dass das Berühren von Füchsen und Hunden, die wilde Mäuse fressen und der ungeschützte Umgang mit von Eiern infizierter Erde eine Rolle bei der Ansteckung spielen können.

Eine Ansteckung ist häufig erst nach über 10 Jahren nachweisbar. In diesem Zeitpunkt treten meist keinerlei Beschwerden auf. Beim Menschen wird hauptsächlich die Leber vom Fuchsbandwurm befallen. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tod führen.
Durch sehr gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit Erde, Füchsen und auch Hunden kann eine Infektion vermieden werden. Ebenso das Waschen, Kochen oder Trocknen von Beeren, Pilzen, Fallobst etc. reduziert das Risiko einer Ansteckung. Das regelmäßige Entwurmen des eigenen Hundes wirkt vorbeugend.

Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Hinweisblatt des Gesundheitsamtes Vogtlandkreis entnehmen.