14.11.2019

Symbolischer Handschlag lässt
Tränen fließen

Erinnerungen wurden aufgefrischt und so manche Freudenträne bahnte sich ihren Weg, als sich Landrat Rolf Keil und sein Hofer Amtskollege Oliver Bär im Beisein vieler Zeitzeugen von einst die Hand reichten und fest drückten. Genau dort, wo beide Seiten vor genau 30 Jahren die Schlagbäume nahe dem oberfränkischen Ullitz von der B 173 entfernten, ganze drei Tage nach den Fall der Mauer in Berlin.

Landrat  Rolf Keil erinnerte beim symbolischen Handschlag an die Tatsache, dass besonders für nachfolgende Generationen dieser bedeutende Tag nicht nur ein Datum in Geschichtsbüchern ein sollte. Kein anderes Ereignis der jüngeren Geschichte habe die Zeitzeugen so nachhaltig beeinflusst, wie der Fall von Mauer und Stacheldraht. Umso wichtiger ist es, die damals gewonnene Freiheit nicht als selbstverständlich zu betrachten sondern als ein hohes  Gut, so Landrat Rolf Keil. Worte des Dankes richtete er auch an die anwesenden Oberfranken, die uns als DDR-Bürger in dieser emotional geprägten Zeit herzlich empfangen haben.

Viele Zeitzeugen berichteten von ihren Erlebnissen, wie sie ihre erste Fahrt mit Trabi, Bus oder Zug in den „Westen“ unternahmen. Man konnte es eben gar nicht so recht glauben, dass man jetzt im Westen sei, aber es war eben so, beichtet  Albrecht Gemeinhardt, der als erster mit seinem Trabi über die B 173 rollte.

Heute ist der ehemalige Grenzstreifen eines der größten Schutzgebiete Europas, das „Grüne Band“. Beide Landräte weihten an historischer Stelle zwei Hinweistafeln ein, die auf diese Einmaligkeit aufmerksam machen.  Außerdem stifteten sie eine Bank, von der man aus einen herrlichen Fernblick in das bayrisch-vogtländische Grenzland hat.