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Datum: 01.04.2021

NUZ Oberlauterbach: Junge Naturwächter treten in Fußstapfen ihrer Großväter

„Mit dem Programm „Junge Naturwächter Sachsen“ sollen Kinder und Jugendliche für den Naturschutz begeistert und zu kleinen-großen „Fachleuten“ ausgebildet werden.“ Was sich so nüchtern auf der Website der ‚Jungen Naturwächter Sachsen‘ (https://jungenaturwaechter.de) liest, ist ein wundervolles Projekt für junge Leute mit Interesse an der Natur.

Emotional ging es deshalb im Rahmen der Vorstellung des Projektes „Junge Naturwächter“ im Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ), Oberlauterbach zu. Über die bisherigen Leistungen der Freiwilligen in den Naturschutzgruppen des Vogtlandes wurde ebenso berichtet, wie über deren seltene Kenntnisse und den fehlenden Nachwuchs. Das Credo stand deshalb gleich am Anfang des Treffens. „Wir brauchen jeden interessierten klugen Kopf und jede helfende Hand. Und die Jüngsten erst recht – sie sind die Zukunft unserer Naturschutzgruppen!“

Sarah Böhm, Koordinatorin im NUZ, brachte es sogleich auf den Punkt: „Was die ca. 60 Naturschützer im Vogtland leisten, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Die Beobachtung und Kartierung unserer Natur über alle Bereiche hinweg - das leisten einzig und allein die Naturschutzgruppen und deren engagierten Mitglieder.“ Das reiche von den engagierten Ornithologen, deren Arbeit von der Brutpflege bis hin zum Monitoring der Arten reiche, bis hin zu den Botanikern, die eine rege Forschungstätigkeit zu Arten, Verbreitung und Entwicklung verbinde. Eine Naturschutzbehörde kann diese Aufgabe nicht leisten.“ Und genau hier setze das NUZ mit dem Projekt „Junge Umweltwächter“ an.

„Für Kinder und Jugendliche kann es eine richtig spannende Aufgabe sein, die erfahrenen Naturschutzhelfer bei ihrer Arbeit zu begleiten und zu unterstützen. Sie lernen dabei viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten genau zu beobachten und zu bestimmen. Wer sich gut in der Natur auskennt, kann diese wertschätzen und seinen Mitmenschen – Eltern, Großeltern, Nachbarn, Freunden – eine Menge darüber erzählen“ so Michael Thoß (großes Foto mit Maske), der zu den erfahrensten Naturschützern im Kreis gehört. Seit 1965 mit dabei, gibt er sein Wissen derzeit an seinen Enkel Thoralf (kleines Foto mit Kröten) weiter. Ihn hatte er auch zu dem Treffen mitgebracht.

Koordinatorin Sarah Böhm erklärte im Nachgang auch das so genannte Curriculum der „Jungen Naturwächter“. Das Curriculum oder der Plan der Lehre vom Schutz unserer Natur umfasse die Bereiche Flora, Fauna, alle Hilfsmittel zur Erkundung, Bestimmung und Dokumentation, Verhalten/Aufenthalt in der Natur, Naturschutz, Möglichkeiten einer ökologischen Lebensweise sowie Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Lebensraum. Dabei stehen das gemeinsame Erlebnis, Entdeckungen, Forscheraufgaben und Teamspiele ganz weit im Vordergrund und sollen die Jüngsten für den Naturschutz begeistern.

Einen Weg zu den Jüngsten beschreibt Sarah Böhm im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Eltern und Schulen. „Wir haben auf unserer Website einige Fragebögen veröffentlicht, mit Hilfe derer wir uns einen Überblick über die Situation im Landkreis verschaffen wollen. Sie richten sich an Aktive im Bereich Natur- und Umweltschutz, an Schüler und Schülerinnen, an Lehrkräfte und an Eltern von Grundschulkindern und deren Kinder. Insofern lohnt sich immer wieder ein Blick auf unsere Internetseite www.nuz-vogtland.de.“