11.11.2020

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt informiert: Drückjagden unter Pandemiebedingungen möglich

Die Afrikanische Schweinepest wurde Anfang September 2020 erstmals in Deutschland und Ende Oktober 2020 auch in Sachsen nachgewiesen. Zum Schutz der einheimischen Schweinebestände hat die Sächsische Staatsregierung bereits Anfang des Jahres beschlossen, eine Wildabwehrbarriere entlang der deutsch-polnischen Grenze zu errichten. Auch die effiziente Bejagung von Schwarzwild hilft, das Ausbreiten der Pandemie zu unterbinden. 


Damit diese Bejagung auch in der aktuellen Situation gewährleistet ist hat der Freistaat Sachsen Regeln erlassen, welche gemeinschaftliche Jagden auch unter
Corona-Bedingungen ermöglichen. Das Sozialministerium hat festgelegt, dass Formen der gesellschaftlichen Jagdausübung (wie beispielsweise Drückjagden, Gruppenansitze etc.) grundsätzlich auch nach der derzeit geltenden Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober 2020 möglich sind, sofern ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt. Dessen Umsetzung und Sicherstellung der Einhaltung obliegen der Jagdleitung. Eine gesonderte Genehmigung der Hygienekonzepte durch die Gesundheitsämter ist nicht erforderlich. Die umzusetzenden Hygienekonzepte müssen mindestens folgende Regelungen enthalten:

  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern durch die an der Jagd beteiligten Personen;
  • verpflichtendes Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (begründete Ausnahmen können von der Jagdleitung zugelassen werden);
  • Sicherstellung einer effektiven Kontaktverfolgung;
  • zwingender Ausschluss von Personen von der gemeinschaftlichen Jagd, welche sich krank fühlen oder an sich selbst Symptome (Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen etc.) beobachten, die auf eine Erkrankung hinweisen oder in den letzten Wochen Kontakt mit Personen hatten, die solche Symptome zeigten oder positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet wurden;
  • zwingendes Vorhalten von Desinfektionsmitteln für die Händehygiene;
  • Minimierung der Interaktionen zwischen beteiligten Personen vor, während und nach der Jagdausübung.

Die Jagd spielt mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest in Sachsen und die hohen Schwarzwildbestände eine wichtige Rolle in der Prävention. Die Jäger sind wichtige Helfer für die Bekämpfung der Tierseuche und sorgen mit einer Reduzierung der Bestände landesweit für eine Vorbeugung vor deren weiteren Ausbreitung.