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Extreme Hitze - Hinweise für Alten- und Pflegeheime

Welche Gesundheitsrisiken entstehen bei großer Hitze?
Große Hitze belastet den Körper.
Besonders betroffen von Hitzebelastungen sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und chronisch Kranke.
Bei älteren Menschen funktioniert die Wärmeregelung nicht mehr so gut wie in jungen Jahren und haben häufig einen geringen Antrieb Getränke zu sich zu nehmen.
Chronisch Kranke sind bereits zusätzlich belastet.
Heiße Sommertage können deshalb besonders bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Daher ist eine gute und engmaschige Begleitung von Bewohner/ Bewohnerinnen von Altenpflegeheimen notwendig.

Getränke und Ernährung:

  • Auf ständige Verfügbarkeit eines ausreichenden Getränkeangebotes ist zu achten.
  • Bei allen Bewohnern/Bewohnerinnen auf ausreichende Trinkmenge bilanzieren (1500 bis 2000 Milliliter).
  • Genaue Trinkmenge bei den einzelnen Bewohnern und Bewohnerinnen mit den Hausärzten abstimmen (von/bis Trinkmenge insbesondere bei Menschen mit Diabetes und mit Herzinsuffizienz und Neigung zu Ödemen)
  • Die Ernährung und die Getränke sollten auf die Hitze abgestimmt sein, das heißt für mineralische Kost und Getränke sorgen.
  • Apfelsaftschorle statt Mineralwasser pur (Diabetes mellitus berücksichtigen) Anrechnung Apfelsaft hundertprozentiger Fruchtanteil 100 Milliliter = 1 Broteinheit
  • Salzhaltige Speisen, Suppen und Erfrischungsgetränke reichen
  • Häufig Brühe anbieten
  • Salziges Knabbergebäck anbieten
  • Käse, salzige Joghurtdrinks anbieten
  • Kaffee- und Alkoholkonsum in Maßen halten (nicht übermäßig anbieten).

Außenbereich:

Nicht in der Sonne aufhalten, ganz besonders zur Mittagszeit nicht - wenn, dann Schatten suchen.

  • Geeignete, leichte Kleidung (Naturfasern) tragen, ebenso auf eine luftige Kopfbedeckung achten.
  • Unnötige Aktivitäten vermeiden (Kreislauf schonen).
  • Grünzonen verstärkt schaffen – Schattenspender!
  • Begrünung wässern (Grünzone vor Bewohnerzimmerfenstern nachts ausgiebig bewässern um Verdunstungskühle zu unterstützen)

Bewohner/innen – Pflege:

  • Betten mit leichten Decken beziehungsweise Laken ausstatten, um einen Hitzestau zu vermeiden.
  • Es soll auf angemessene leichte Bekleidung (Naturfasern) geachtet werden.
  • Wechseln Sie eine durchgeschwitzte Bettwäsche öfter als üblich.
  • Kontrollieren Sie täglich, bei großer Hitze auch mehrmals täglich, die Körpertemperatur (möglichst mit dem Ohrthermometer). Die Körpertemperatur sollte nicht über 36,9 Grad steigen.
  • Bereiten Sie ein kaltes Fußbad.
  • Benutzen Sie eine kühlende Körperlotion, eventuell ein Thermalwasserspray.
  • Bei Bewohnern und Bewohnerinnen, die überwiegend liegen, können erfrischende Waschungen Erleichterung bringen.
  • Benutzen Sie, wenn möglich, eher eine Netzhose mit Einlage anstelle einer Einwegwindel mit Plastikfolie.
  • Auf regelmäßige Ausscheidung (Urin und Stuhlgang) ist zu achten, insbesondere beim Wechsel der Inkontinenzhilfsmittel.

Räume:

  • Bei starker Sonneneinstrahlung mit hohen Außentemperaturen sind tagsüber Fenster an den Sonnenseiten geschlossen zu halten (ungefähr ab 08:00 Uhr).
  • Zum Schutz vor zu starker Aufwärmung der Räume sind Vorhänge, Jalousien, Rollläden und ähnliches zu schließen.
  • Gegebenenfalls können feuchte Laken im Zimmer aufgehängt werden.
  • Sollte eine Lüftung erforderlich sein, dann ist eine kurze (5 Minuten) Stoßlüftung vorzunehmen.
  • Nachts und morgens bei Abkühlung kann ausgiebiger gelüftet werden.
  • Für gute Luftzirkulation ist zu sorgen. Dies kann beispielsweise durch geöffnete Innentüren und an der Schattenseite (Nordseite) geöffnete Fenster geschehen.
  • Benutzen Sie Ventilatoren oder Fächer - Vorsicht: Klimaanlagen können zu Erkältungen führen und Zugluft durch den Ventilator zu einem »steifen Hals«!
  • Die in den Räumen befindlichen Thermometer müssen kontrolliert werden.

Weitere pflegerische Maßnahmen:

Achten Sie auf Symptome, die auf eine Überhitzung des Körpers hinweisen, wie Unruhe, Verwirrtheit, Erbrechen.

  • Auch trockene kühle Haut bei gleichzeitig hoher Körpertemperatur kann ein Zeichen für einen drohenden Hitzschlag sein. In diesem Fall sollte ein Arzt verständigt werden.

 Wann gibt es eine Hitzewarnung und wie werden Sie darüber informiert?

Hitzewarnungen werden vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ausgegeben. Dazu unterstützt das Sächsische Staatsministerium für Soziales (SMS) das Angebot des DWD und vermittelt interessierte Einrichtungen an das Hitzewarnsystem des DWD.
Informationen und weiterführende Links erhalten Sie über das Internet auf Seite http://www.gesunde.sachsen.de/72.html.

 

Ihr Amt für Gesundheit und Prävention Vogtlandkreis