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Jugendhilfeausschuss stellt Weichen für die Fortschreibung der Förderrichtlinie der Kinder- und Jugendarbeit im Vogtlandkreis

Der Jugendhilfeausschuss beschloss auf seiner gestrigen Sitzung die Wahl des Vorsitzenden und des Stellvertreters des Unterausschusses „Jugendhilfeplanung/Finanzen“.  Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Sven Gerbeth (FDP)  und zur Stellvertreterin Nicole Schwab (SPD) gewählt.

Zu den wesentlichsten Aufgaben des Vorsitzenden zählt die Abstimmung mit der Leiterin des Jugendamtes bei der Vorbereitung der Sitzungen des Unterausschusses. Der Unterausschuss hat beratende Funktion für den Jugendhilfeausschuss. Wichtige Beratungsgegenstände sind die „Jugendhilfeplanung/Finanzen“, die Planungen der Jugendhilfe, Verwaltungsrichtlinien, Förderstrategien und die Finanzierung von Leistungen. 

Der Kinder und Jugendtreff Regenbogen in Rodewisch wurde in Folge der Vereinsauflösung des „Kinder- und Jugendhilfswerkes Regenbogen e.V.“ im Sommer des Vorjahres geschlossen.

Die Stadt Rodewisch signalisierte Interesse an der Weiterführung der Jugendarbeit in der Stadt. So erfolgte zu Jahresbeginn eine Interessenbekundung auf die sich zwei anerkannte freie Träger bereit erklärten, den Kinder- und Jugendtreff in ihre Trägerschaft zu übernehmen.

In einem fachlichen Bewertungsverfahren der Verwaltung auf Basis der eingereichten  Konzepte, bei dem es um Zielgruppen, Arbeitsschwerpunkte, Netzwerkbildung und Angeboten in der offenen Kinder und Jugendarbeit ging, erhielten die beiden Bewerber Verein für offene Jugendarbeit e. V. Reichenbach und die Diakonie Auerbach e. V. jeweils die gleiche Punkteanzahl. Der Jugendhilfeausschuss stimmte deshalb auch über beide Bewerber ab.  Am Ende entschieden sich sechs der stimmberechtigen Ausschussmitglieder für den  Verein für offene Jugendarbeit e. V. Reichenbach und sechs für die Diakonie Auerbach e. V., so dass es zum Losentscheid kam, den der Verein für offene Jugendarbeit Reichenbach für sich entschied.  Landrat Rolf Keil, der die Sitzung leitete, will jedoch den Losentscheid noch prüfen lassen, um rechtliche Sicherheit zu haben. 

Die Richtlinie zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit im Vogtlandkreis soll fortgeschrieben werden, so der Beschluss des Jugendhilfeausschusses vom November  2019.  In die Diskussion sind die Träger der freien Jugendhilfe und die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses aktiv einbezogen. Für diesen Prozess sollen die Monate Juli und August genutzt  werden, im September will der Jugendhilfeausschuss einen entsprechenden Beschluss dazu fasen, der im Herbst dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt wird, so dass die Richtlinie ab dem 01.01. 2021 in Kraft treten kann.

In den Eckpunkten soll die Richtlinie dem Städte- und Gemeindetag zur Befassung vorgelegt werden.  Erste Informationen zur Finanzierung der zuwendungsfähigen Gesamtkosten der Kinder- und Jugendarbeit konnte der Vorsitzende des Städte- und Gemeindetages,  Klingenthals OB Thomas Hennig, dem Gremium geben. Abfragen bei den einzelnen sächsischen Landkreisen zufolge würden die Eigenleistungen der Freien Träger zwischen 10 und 25 Prozent liegen.

Über 2,6 Millionen Euro werden 2021 für die Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit  entsprechend der  Richtlinie benötigt. 2,3 Millionen Euro kann der Landkreis schultern. Die Lücke soll nach Auffassung und Vorschlag der Verwaltung von den freien Trägern anteilsmäßig getragen werden.