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Bitten Kinder oder Jugendliche selbst um Aufnahme, so ist das Jugendamt verpflichtet, sie in Obhut zu nehmen. Stellen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes fest, müssen sie es in die Obhut des Jugendamtes geben.

Rechte und Pflichten während der Inobhutnahme

Das Jugendamt ist berechtigt, vorübergehend alle rechtlichen Schritte zu unternehmen, die zum Wohle des Kindes oder des Jugendlichen notwendig sind. Dazu zählen unter anderem die Beaufsichtigung, die Versorgung, die Erziehung und die Bestimmung des Aufenthaltsortes.

  • Sobald ein Kind in Obhut genommen ist, darf es eine Person seines Vertrauens benachrichtigen.
  • Die Mitarbeiter des Jugendamtes sind verpflichtet, sofort die Eltern oder Erziehungs-/ Personensorgeberechtigten zu informieren.
    In manchen schwerwiegenden Fällen wird das Jugendamt diesen mitteilen, dass das Kind in Obhut genommen wurde, ohne den Unterbringungsort oder den Grund der Inobhutnahme zu nennen.
  • Kinder und Jugendliche werden je nach ihrem Alter und Entwicklungsstand an allen Entscheidungen beteiligt, die die Inobhutnahme betreffen.

Entscheidung über Rückkehr zu den Eltern

  • Sind die Eltern mit der Inobhutnahme nicht einverstanden
    muss das Jugendamt entscheiden, ob das Kind den Eltern oder Erziehungs-/Personensorgeberechtigten übergeben werden kann.
  • Ist dies nicht der Fall, hat das Familiengericht darüber zu entscheiden, welche Maßnahmen zum Wohl des Kindes zu treffen sind.

Ende der Inobhutnahme

  • Die Inobhutnahme endet, wenn das Kind den Unterbringungsort verlässt.
  • Je nachdem, ob das Kind in seine Familie zurückkehren kann oder nicht, wird es von den Eltern, den Personensorge-/Erziehungsberechtigten oder von einer Pflegeperson beziehungsweise dem Erzieher einer Einrichtung abgeholt und an diese Person übergeben.
  • Das Jugendamt übernimmt in der Regel nicht die Rückführung des Kindes zu seiner Familie.