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Grundsätzlich kann jeder Anzeige erstatten. Auch wenn Sie persönlich durch die mitgeteilte Straftat weder unmittelbar noch mittelbar betroffen sind, steht Ihnen dieser Weg offen. Mit der Strafanzeige bringen Sie zum Ausdruck, dass Ihres Erachtens ein Anlass für die Strafverfolgung besteht.

Alle Polizeidienststellen, Staatsanwaltschaften und Amtsgerichte sind verpflichtet, eine Anzeige entgegenzunehmen, unabhängig von ihrer sachlichen und örtlichen Zuständigkeit im Einzelfall.

Zeugenaussage

Mit Erstattung der Anzeige werden Sie Zeuge im folgenden Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren. Als Zeuge haben Sie die gesetzliche Pflicht, wahrheitsgemäße Angaben zu machen.

Sind Sie mit dem mutmaßlichen Täter / der mutmaßlichen Täterin der von Ihnen angezeigten Straftat verwandt oder verschwägert, können Sie die Aussage verweigern. Dies gilt auch, wenn Sie sich durch Ihre Aussage selbst belasten würden. Trifft dies nicht zu, müssen Sie als Zeuge aussagen und dann von sich aus alles sagen, was zur Sache gehört, und nichts verschweigen. Wenn Sie sich nicht mehr an alles erinnern können, müssen Sie dies deutlich machen.

Sie müssen auch damit rechnen, dass Sie in einem späteren Gerichtsverfahren möglicherweise vereidigt werden. Sowohl die Falschaussage als auch der Meineid sind strafbar und mit einer nicht unerheblichen Straferwartung versehen. Machen Sie daher am besten bei Ihrer Zeugenaussage deutlich, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Dies gilt auch, weil die falsche Verdächtigung und das Vortäuschen einer Straftat selbst als Straftaten verfolgt werden.

Behaupten Sie also wider besseres Wissen, jemand habe eine Straftat begangen, obwohl Sie wissen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, können Sie sich selbst strafbar machen. Auch wenn Sie jemanden mit einer Falschaussage vor der Strafverfolgung schützen oder anderen die Vorteile einer rechtswidrigen Tat sichern wollen, kann dies für Sie selbst strafrechtliche Konsequenzen haben.

Polizeiliche Ermittlung

Die Anzeigenerstattung ist für Sie kostenlos. Haben Sie eine Anzeige erstattet, ist die Polizei zur Ermittlung des Sachverhalts verpflichtet. Je nach Ermittlungsergebnis kann es zu einer gerichtlichen Verurteilung, einer Einstellung des Verfahrens oder einem Freispruch kommen. Eine Einstellung des Verfahrens muss für den Täter nicht folgenlos bleiben. Er kann zum Beispiel zu einer Geldzahlung, zu gemeinnütziger Arbeit oder einer Maßnahme des "Täter-Opfer-Ausgleichs" verpflichtet werden.

Für die Entgegennahme Ihrer Anzeige ist jede Polizeidienststelle, die Staatsanwaltschaft oder das Amtsgericht zuständig. Diese sind verpflichtet, Ihre Anzeige auch bei eventueller örtlicher und sachlicher Unzuständigkeit entgegenzunehmen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft, das Amtsgericht oder das Finanzamt ermitteln Sie, indem Sie in der Ortsauswahl einen Ort oder eine Postleitzahl und im Suchfeld den entsprechenden Suchbegriff eingeben.

Ansprechstelle

Die Polizeidienststellen in Ihrer Nähe ermitteln Sie im Portal der sächsischen Polizei (Suche unter "Ihre Polizei vor Ort").

-> www.polizei.sachsen.de

Alternativ steht Ihnen die Onlinewache der sächsischen Polizei zur Verfügung.

-> Onlinewache der sächsischen Polizei
Sächsisches Staatsministerium des Innern | Abteilung 3