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Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis

Erlaubnispflichtige sind:

  • natürliche Personen (z.B. Einzelunternehmer, eingetragener Kaufmann)
  • juristische Personen (z.B. GmbH, AG, UG)
  • jeder geschäftsführende bzw. persönlich haftende Gesellschafter einer Personengesellschaft ohne eigene Rechtspersönlichkeit (z.B. OHG, KG, BGB-Gesellschaft)

Die Erlaubnis wird erteilt, wenn der Antragsteller:

  • persönlich zuverlässig ist. Das ist in der Regel nicht gegeben, wenn der Antragsteller in den letzten fünf Jahren vor Stellung des Antrages wegen eines Verbrechens oder Diebstahls, Unterschlagung, Erpressung, Betruges, Untreue, Urkundenfälschung, Hehlerei, Wuchers oder einer Insolvenzstraftat rechtskräftig verurteilt worden ist,
  • in geordneten Vermögensverhältnissen lebt. Dies ist in der Regel dann nicht der Fall, wenn über das Vermögen des Antragstellers das Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder er in das vom Vollstreckungs- oder Insolvenzgerichts zu führende Verzeichnis eingetragen ist,
  • eine bestehende Berufshaftpflichtversicherung nachweist und
  • die erforderliche Sachkunde nachweisen kann.

Sachkundenachweis

Als Sachkundenachweis gilt eine vor der IHK erfolgreich abgelegte Prüfung (Geprüfte/r Versicherungsfachmann/-frau IHK).

Folgende Berufsqualifikationen sind der Sachkundeprüfung gleichgestellt und werden als Nachweis der erforderlichen Sachkunde anerkannt:

  • ein Abschlusszeugnis
    • als Versicherungskaufmann/-kauffrau oder Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen
    • als Versicherungsfachwirt/-fachwirtin
    • als Fachwirt/Fachwirtin für Finanzberatung (IHK)
  • ein Abschlusszeugnis
    • eines betriebswirtschaftlichen Studiengangs der Fachrichtung Bank, Versicherungen oder Finanzdienstleistung mit einem Hochschulabschluss oder einem gleichwertigem Abschluss,
    • als Geprüfter Fachberater für Finanzdienstleistungen oder Geprüfte Fachberaterin für Finanzdienstleistungen mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Bank- oder Sparkassenkaufmann oder als Bank- oder Sparkassenkauffrau,
    • als Geprüfter Fachberater für Finanzdienstleistungen oder Geprüfte Fachberaterin für Finanzdienstleistungen mit einer abgeschlossenen allgemeinen kaufmännischen Ausbildung oder
    • als Geprüfter Finanzfachwirt oder Geprüfte Finanzfachwirtin mit einem abgeschlossenen weiterbildenden Zertifikatsstudium an einer Hochschule,

und eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung nachgewiesen wird.

  • ein Abschlusszeugnis
    • als Bank- oder Sparkassenkaufmann/-kauffrau
    • als Investmentfondskaufmann/-kauffrau,
    • als Fachberater / Fachberaterin für Finanzdienstleistungen (IHK),

wenn zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung oder -beratung vorliegt.

  • Der erfolgreiche Abschluss eines mathematischen, wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Studiums an einer Hochschule oder Berufsakademie wird als Sachkundenachweis anerkannt, wenn in der Regel zusätzlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im Bereich der Versicherungsvermittlung oder der Versicherungsberatung nachgewiesen wird.
  • Ein erfolgreicher Abschluss als Versicherungsfachmann/-frau (BWV) vor dem 01.01.2009

Darüber hinaus kann die Sachkunde belegt werden durch

  • den Nachweis der ununterbrochenenTätigkeit als Versicherungsvermittler seit dem 31.08.2000 (sog. »Alte-Hasen-Regelung«) an Hand geeigneter Unterlagen,
  • Anerkennung ausländischer Berufsbefähigungsnachweise im Rahmen der Niederlassungsfreiheit unter den Voraussetzungen des § 4a VersVermV,
  • Delegierung der Sachkunde auf sachkundige Beschäftigte, denen die Aufsicht über die unmittelbar mit der Versicherungsvermittlung betrauten Personen übertragen ist und die den Antragsteller vertreten dürfen.