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Wintersportregion

Alles begann mit dem ersten Paar Ski

Geburtsstunde des Wintersports im oberen Vogtland war das Jahr 1886. In jenem Jahr ließ der Klingenthaler Oberlehrer Erwin Beck die ersten Paar Ski nach norwegischem Vorbild bauen.

Um die Jahrhundertwende begann sich der Skisport organisiert zu entwickeln. 1908 wurde der WSV (Wintersportverein) Klingenthal-Aschberg gegründet, dem 1922 der WSV Aschberg und 1924 der WSV Mühlleithen folgten. 1928 nahm erstmalig ein Klingenthaler an den Olympischen Winterspielen teil. Wegen der "Auffälligkeit in der Leistung" des Skispringers Walter Glaß auf nationaler und internationaler Ebene und in deren Anerkennung wurden die Deutschen Skimeisterschaften 1929 in das Klingenthal-Aschberggebiet vergeben. Somit rückte Klingenthal aus der skisportlichen Provinz in die Reihe der namhafteren Skisportplätze auf. In den darauffolgenden Jahren wurde dies auch durch die sportlichen Erfolge der Skispringer und Langläufer bekräftigt.

Anfang der 1930er Jahre errichtete der WSV Mühlleithen aus eigener Kraft eine Schanze - die Vogtlandschanze. Selbst im Zweiten Weltkrieg verzichteten die Klingenthaler Wintersportler nicht auf ihren Sport und holten Meistertitel auf nationaler Ebene.

Die schweren Nachkriegsjahre ermöglichten erst ab 1949 in Klingenthal/Mühlleithen einen neuen Anfang in Ostdeutschland. 1956 gewann Harry Glaß in der ersten gesamtdeutschen Olympiamannschaft die Bronzemedaille im Skispringen in Cortina d' Ampezzo und holt somit die erste olympische Medaille im nordischen Skisport für einen Deutschen.

Zahlreiche Erfolge, wie Olympische Medaillen, Weltmeistertitel im Junioren- und Seniorenbereich sowie Meistertitel auf nationaler Ebene errangen Sportler des 1957 gegründeten SC Dynamo Klingenthal.

 

Insgesamt hat die Skiregion Klingenthal/Mühlleithen bis jetzt 7 Sportler/innen mit 9 Olympiamedaillen und 22 Sportler/innen mit 35 Medaillen bei Weltmeisterschaften hervorgebra



Von der Aschbergschanze zur „Sparkasse Vogtland Arena“

Die 1959 erbaute "Große Aschbergschanze" in Klingenthal, die Anziehungspunkt vieler nationaler und internationaler Skispringen war, wurde 1990 abgerissen. Das Ziel nach einer neuen Großschanze wurde aber nie aufgegeben.

Die am Gegenhang befindlichen 3 Kinder- und Jugendschanzen werden nach wie vor zu Trainings- und Wettkampfzwecken genutzt.

Mit dem Neubau der Sparkasse Vogtland Arena durch den Vogtlandkreis als Bauherr in den Jahren 2003 bis 2006 am Schwarzberg, wurde nicht nur die derzeit modernste Schanzenanlage Europas geschaffen, sondern auch eine ganzjährig nutzbare Trainings- und Wettkampfstätte. Die optimalen Bedingungen für die At hleten, das sportbegeisterte Publikum und das unermüdliche Organisationsteam um den VSC Klingenthal e. V. finden auch bei der FIS Beachtung. So wurde schon manchen Witterungsunbilden getrotzt und hervorragende Weltcups im Skispringen und Nordische Kombination durchgeführt. Klingenthal ist wieder zurück im internationalen "Wettkampfkarussell“.

 

 

Der Wintersport stellt die Weichen in Richtung Zukunft  

Nach der politischen Wende war es für die Klingenthaler durch die veränderten Förderstrukturen schwierig, wieder eine leistungssportliche Entwicklung voranzutreiben. Die generellen Unsicherheiten führten Anfang der 1990er Jahre zu einer Fluktuation von Auswahlsportlern wie Schulze, Siegmund, Hannawald und Sommerfeld.

Ein Meilenstein war 1997 die Gründung des Vogtländischen Skiclub (VSC) Klingenthal unter dem Vorsitz des ehemaligen Weltklasseskispringers Manfred Deckert. Mit mehr als 500 Mitgliedern gehört der VSC zu den größten Vereinen der Region.

Durch den Zusammenschluss der bisherigen Vereine konnte eine spürbare Verbesserung der gesamten leistungssportlichen Struktur erzielt werden. Dies macht sich insbesondere in der leistungssportlichen Entwicklung im Nachwuchsbereich bemerkbar.

 

Eliteschule des Sports


Der Deutsche Olympische Sportbund hat den Standort Klingenthal mit Sportgymnasium Klingenthal, Seminaroberschule Auerbach, Internat und Bundesstützpunkt Ski-nordisch zur "Eliteschule des Sports" ernannt. Neben der regulären Ausbildung nutzen etwa 150 Schüler das Angebot im vertieft sportlichen Profil, wobei zirka 70 Sportler aus Sachsen, Bayern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg unter der Anleitung ausgebildeter Trainer am Stützpunkt den Skilanglauf, das Spezialspringen und die Nordische Kombination trainieren. Durch die Kooperation mit dem Bundesstützpunkt Klingenthal werden die schulischen und sportlichen Maßnahmen exakt aufeinander abgestimmt.

Vielfältige attraktive Sportstätten am Bundesstützpunkt, einschließlich der neuen Sporthalle am Gymnasium und dem Internatsneubau mit zahlreichen Funktionsräumen bereichern die Möglichkeiten der Sportelite von morgen.