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26. Juni 2015
Horten-Rundgänge zur Plauener Nacht der Muse(e)n

Interesse am Baugeschehen ist weiterhin riesengroß.

Mit großem Interesse verfolgten die rund 200 Teilnehmer die Ausführungen des Oberbauleiters Gunnar Gemeinhardt zu Wissenswertem rund um die größte Baustelle des Vogtlandkreises.

Das Landratsamt bot zur diesjährigen "Nacht der Muse(e)n" erstmals drei Führungen auf zum Teil historischen Pfaden im über 100-jährigen Gebäude und neu Entstandenem an. Zuletzt wurden im Rahmen der vogtländischen Seniorenwoche Führungen angeboten, die ebenfalls gut besucht waren.

Interesse hatten die Besucher, die teilweise nur wegen der einmaligen Gelegenheit angereist waren, die Horten-Baustelle nicht nur von außen zu besichtigen, sondern auch das Innenleben vom Keller bis zu Dach kennenzulernen und nachfragen zu können. Eigentlich gab es Interesse an allem: Wie wird das Gebäude beheizt, wieviel Leute werden hier einmal arbeiten, wie viele Bauarbeiter sind täglich auf der Baustelle, wie viel Tonnen Stahl und Beton wurden bisher verarbeitet, wo wird der Landrat sein Zimmer haben, wo lagen und liegen die größten Hürden so einen Riesenbau zu stemmen…. und, und, und.

Gemeinhardt, der sich für alle Fragen Zeit nahm und die Antworten konkret zu belegen wusste, machte auf viele bauliche Ungereimtheiten und Herausforderungen aufmerksam, auf die man bei einem solchen einhundert jährigen Altbau stoßen kann, das zwei Weltkriege und zwei Gesellschaftsordnungen überstehen musste. Nur zwei Beispiele von Vielen: dort wo laut Bauunterlagen eine Betondecke zu erwarten war, hatte man sich eben zu DDR-Zeiten notdürftig mit einer Holzkonstruktion geholfen.

Und, der Putz an den Wänden sollte tragfähig sein, was sich aber nach weiteren Untersuchungen als eine Nullnummer herausstellte. Im Ergebnis mussten 600 Tonnen Altputz abgetragen und 400 Tonnen neuer Putz zusätzlich aufgetragen werden. Arbeiten, die dem streng abgesteckten Zeitplan zusetzten, bekommt er Verständnis von den Besuchern. Immer wieder sind die hohen Anforderungen durch die Bauleute zu meistern, die zu über 70 Prozent aus dem Vogtland kommen. Ihnen sei es überhaupt zu verdanken, dass der jetzige Ausbaustand erreicht werden konnte.

Trotz der drei Führungen mit insgesamt rund 200 Teilnehmern, konnten nicht alle Interessenten an diesem Tag die Baustelle in Augenschein nehmen. Das lag und liegt auch weiterhin an zwei Hauptgründen: die Sicherheit auf einer (so großen) Baustelle, die nur begrenzt Besucher zu lassen und zum zweiten an den sehr wenigen Baustellen-Führern, die trotz des angespannten Baugeschehens dies zusätzlich ermöglichen.