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30. Januar 2014
Kreistag bewilligt weiter Gelder für das neue Landratsamt - Blick auf die aktuelle Baustelle

Blick auf die aktuelle Baustelle.

Mit deutlicher Mehrheit hat der Kreistag zu seiner letzten Sitzung am 30. Januar 2014in Bad Elster die weitere Finanzierung des Ausbaus Horten für ein teilzentralisiertes neues Landratsamt beschlossen.

Nach der Bauzeitverlängerung von 22 Monaten haben Architekten und Planer die zu erwartenden Mehrkosten mit 5,4 Millionen Euro berechnet und dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt. Mit dem Beschluss werden entsprechende Kredite aufgenommen, um das Vorhaben im Frühjahr 2016 ab zuschließen. Das Votum der Kreisräte beurteilte aber nicht nur die Kosten und den jährlich wirtschaftlichen Ertrag, sondern auch die historische städtebauliche und denkmalschützerische Chance, dieses Gebäude im Zentrum der Spitzenstadt zu erhalten. 20 Jahre nach der Wende war dies nicht gelungen und es wurden keine Lösungen zum Erhalt des Stadtbild prägenden Tietz Warenhauses gefunden.

"Erst mit dem vom Bund und Land aufgelegten Städtebauprogramm, mit dem in den ostdeutschen Ländern hervorragendes geleistet wurde, ergab sich die Chance, das zentrale Haus zu aktivieren und die Landkreisverwaltung wirtschaftlich teil zu zentralisieren", hob Landrat Dr. Lenk die Tragweite der Entscheidung hervor. Vor der Debatte erinnerte er an die lange vorbereitete Entscheidung für die neue Verwaltungszentrale sowie die Einsparpotenziale.

So werden trotz der Erhöhung jährlich 450.000 Euro frei, die mit Fördermitteln veredelt zusätzliche Investitionen von zwei Millionen Euro ermöglichen. Zudem rief er in Erinnerung, wurde mit verschiedenen Varianten und Standortuntersuchungen sowie einen Architektenwettbewerb die Investition vorbereitet. Die entsprechenden Beschlüsse liefen über den Kreistag und seine Gremien.

Unter Abwägung aller Varianten, so Lenk weiter, habe man sich bewusst für Plauen als Hauptstadt des Vogtlandes und für die Sanierung eines Altbaus entschieden. Das entsprechende Städtebauprogramm fördert die Revitalisierung von Stadtzentren und nicht Neubauten auf der grünen Wiese. Das war eine wesentliche Grundlage der Entscheidung. Der zukünftige Verwaltungssitz stärkt Plauen als Oberzentrum, was wiederum Basis dafür ist, dass die kleineren Städte der Region bessere Chancen haben, sich zu entwickeln", nannte Lenk weiter.

Die Teilzentralisierung ermöglicht auch eine moderne Verwaltung mit rund einhundert Telearbeitsplätzen und einer zeitgemäßen IT-Ausstattung, die vernetzt mit allen Kommunen eine effiziente Verwaltung bietet. Das neue Landratsamt ist eine Zukunftsentscheidung. Am Ende wird der zweitgrößte Arbeitgeber der Region ins Zentrum der Spitzenstadt ziehen, was weitere Effekte, denkt man bloß an Dienstleistung und Handel, nach sich ziehen wird.

Die Fertigstellung des Landratsamtes ist mit 546 Arbeitsplätzen für Ende Januar 2016 geplant.

Grundlage für die Durchführung der Baumaßnahme sind die beiden Kreistagsbeschlüsse vom 16.12.2010 und vom 17.03.2011. Der darin beschlossene Finanzrahmen ist mit maximal 38,8 Millionen Euro festgeschrieben. Dieser setzt sich zusammen aus 35,8 Millionen Euro für Bau und Ausstattung sowie drei Millionen Euro für den Bau eines Parkhauses, um die für den Bau festgelegten 220 Stellplätze zu realisieren. www.vogtlandkreis/Horten.de Die "Zentralisierung der Landkreisverwaltung" inklusive einer Kostenbetrachtung und eines Außenstellenkonzeptes wurde im Juni 2009 vom Kreistag gefasst.

Blick auf die aktuelle Baustelle - witterungsbedingt können die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

Durchschnittlich rund 40 Arbeitskräfte sind täglich auf der Baustelle im Einsatz. In allen vier Bauteilen laufen die Ausbauarbeiten. Die Hauptarbeiten laufen im Bestandsicherungs-, Verstärkungs- und Baugewerksergänzungsbereich, heißt es aus der Bauleitung. Es werden Rohbauarbeiten am Bauteil IV, Putzarbeiten im Bauteil I, die Natursteinsanierung an der Denkmal geschützten Postplatzfassade sowie Arbeiten für die Metallfassade ausgeführt. Des Weiteren erfolgt im Bauteil I die Betonsanierung an den Geschossdecken.

Im Bauteil II haben die Montagearbeiten für die Metallfassade begonnen. Im Untergeschoss des Bauteil I sind die Ausbauarbeiten abgeschlossen. Vorbereitende Leistungen für die TGA-Arbeiten haben begonnen. Die Wärmeübergabestation ist angeschlossen und liefert die Bauwärme für das Bauteil I. Damit kann in den nächsten Wochen weiter gearbeitet werden. Die Betonagearbeiten für das Untergeschoss im Neubauteil IV, den tiefergelegenen Teil, sind abgeschlossen und für den höheren Teil wird die Bodenplatte vorbereitet.

Das Steildach wird komplett im Februar fertig. Mit Umplanungen und Anpassungen hat die Bauleitung auch weiterhin zu kämpfen, so teilweise im Bauteil I, wo im Zuge der Gründungsarbeiten im Treppenhaus grundlegend andere als in der Planung zugrunde gelegte Verhältnisse vorgefunden wurden und für die geplanten Aufzüge variieren die angrenzenden Stützen von Geschoss zu Geschoss, so dass auch hier entsprechende Anpassungen erforderlich sind.

Bearbeitungsstand per 31.01.2014: Derzeit sind 42 Baulose bezuschlagt und ca. 95 Prozent der Planungsleistungen beauftragt. Das damit beauftragte Budget liegt bei rund 26,7 Millionen Euro. Es sind noch 11 Bauleistungen im Wertumfang von rund 6 Millionen Euro zu vergeben.

UBV- Ausschuss am 30. Januar 2014 vergab zwei weitere Leistungen.

Vor der Kreistagssitzung gab es zwei Vergabeentscheidungen des Umwelt, Bau- und Vergabeausschusses als zuständigen Fachausschuss des Kreistages. Für die Ausschreibung zur Abdichtung Fliesen- und Plattenarbeiten wurden sechs Angebote eingereicht, von denen zwei in die Bewertung kamen. Der Zuschlag fiel mit einer Stimmenenthaltung auf die Firma Fliesen Großmann GmbH aus Torgau mit einer Vergabesumme in Höhe von 184.311,00 Euro. Die entsprechende Kostenberechnung betrug 195.000,00 Euro. Eine weitere Entscheidung wurde für das Los "Verglasungsarbeiten, Metallrahmenelemente innen" getroffen. Von zwölf eingereichten Angeboten erhielt das Unternehmen Metallbau Bernt aus Thum mit einer Vergabesumme von 245.074,00 Euro den Zuschlag.