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6. Dezember 2013
Kreistag Dezember 2013: Umbau und Neubau Horten -Architekt legt bewertete Probleme in Zahlen vor

Architekt legt bewertete Probleme in Zahlen vor.

Zum Projektstand Horten haben die Projektsteuerer des beauftragten Büros Drees&Sommer aus Erfurt sowie Architekt Hanns-Peter Wulf die Kreisräte in einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- sowie Ausschuss für Umwelt-, Bau und Vergabe am 2. Dezember und im Kreistag am 5. Dezember informiert. Das weitere Kostenrisiko bezifferten sie mit 5,4 Mio. Euro. Sie informierten über den Stand der beiden Umbau- sowie der beiden Neubauteile, über den Terminplan und prognostizierten die weiteren Schritte und Einsparungen. Zu einem Hortenrundgang waren alle Kreisräte am 6.Dezember eingeladen.

Bereits mit den ersten Arbeiten beim Abriss, Entkernung und dem Baugrund sind so immense Probleme an dem hundertjährigen Gemäuer aufgetreten, dass seit dem Frühjahr offiziell von einem 22-monatigen Bauverzug gesprochen wird. Die Gründe wurden immer benannt und die daraus entstandenen Risiken nun durch Architekt und für die Überwachung zuständigen Projektsteuer in Zahlen bewertet. Die Projektsteuer Drees&Sommer hat der Vogtlandkreis mit der ständigen und unabhängigen Kontrolle beauftragt. Daher haben sie in jeder Sitzung des Fachausschusses UBV über Stand und Fortgang der Arbeiten in öffentlicher Sitzung und damit transparenter Kontrolle informiert. Fazit: Die Start- und daraus Folgeprobleme kosten Zeit und Geld. Hauptgründe sind laut der Bauexperten vorhandene Schadstoffe und Altlasten samt deren Entsorgung, Probleme im Baugrund und bei der Gründung sowie Konstruktionsabweichungen. Zum Rundgang wurden Details, kausale Zusammenhänge und Wirkungen durch Oberbauleiter Christian Hunger ebenso erläutert wie die Frage, was man vorab hätte wissen können. Auch die zuvor beauftragten Beprobungen und Gutachten haben nicht alles Tiefliegende, Verputztes, falsch Dokumentiertes entdecken lassen können. Und so wurde der Umbau und weniger der Neubau zum Sorgenkind.

Von den Problemen zum aktuellen Stand

Vom Kostenrahmen laut Kreistagsbeschluss in Höhe von 35,7 Mio Euro sind 28,6 Mio Euro beauftragt. Weitere 13 Lose mit einem Volumen von rund sechs Mio Euro sind noch zu vergeben. Mit den bisherigen Vergabeerfolgen und Einsparungen haben die Verantwortlichen gegensteuern können. Die Vorgaben des Kreistages sind eingehalten.

Im Bauteil am Postplatz ist die Sanierung der Natursteinfassade fast fertig. Das Netz bleibt aus Sicherheitsgründen weiter hängen. Dem Ende geht der Einbau der Holzfenster entgegen. Es erfolgt die Blecheindeckung der Gauben, der Ausbau im Untergeschoss und die Rohmontage von Heizung, Lüftung, Sanitär.

Im zweiten dahinterliegenden Altbauteil an der Forststraße ist Betonage der Decke des zukünftigen Plenarsaales abgeschlossen, Maurer- und Montagearbeiten laufen. Im unteren Neubauteil ist der Rohbau gut sichtbar bis zur Dachdecke abgeschlossen. Es erfolgt die Dachabdichtung, die Montage der Metallfenster und die Winterfestmachung.

Im Neubau an der Ecke Rädelstraße wachsen die ersten Wände in die Höhe. Die Bodenplatte im oberen Teil steht an. Entsprechend der Witterung läuft der Bau allerorts auf Hochtouren und Bauarbeiter und Handwerker aus vogtländischen und sächsischen Unternehmen sind auf der Baustelle tätig.

Der fixierte Terminplan für die vier Bauteile steht unverändert mit dem Fertigstellungstermin Ende Januar 2016.

Horten erneut auf der Tagesordnung des nächsten Kreistages im März

Im Ergebnis der Vorstellung des Architekten Hanns-Peter Wulf und der Diskussion im Kreistag kündigte der Landrat eine weitere Befassung an. Auf Grundlage der Zahlen, weiterer Einsparungen und entsprechend des Baufortgangs wird das Projekt in einer Vorlage mit einem Finanzierungskonzept neu bewertet und zum Beschluss vorgelegt. Eine Bewertung hat der Landrat bei der Architektenkammer Vogtland und Sachsen angefragt.

Jetzt schon ist mit den vorgelegten Risiken die wirtschaftliche Effizienz des Baus belegt. Mit einer jährlichen Einsparung von 200 T€ bleibt der Neubau mit 550 Arbeitsplätzen günstiger als die bisherige dezentrale Verwaltung mit einem enormen Sanierungsrückstau.