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Drohne des Vogtlandkreises bereits vielfach im Einsatz

Ausgestattet mit allerlei technischen Raffinessen, darunter zwei Kameras – einer Triple-Kamera mit 20 MP-Zoom, einem 1.200m Laserentfernungsmesser, einer Wärmebildkamera und einer speziellen Photogrammetriekamera zur Erstellung digitaler Geländemodelle – bietet die Drohne des Vogtlandkreises vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Ende des vergangenen Jahres angeschafft, ist der Quadrocopter inzwischen bereits 28 Mal abgehoben. Die Flüge werden derzeit von vier entsprechend geschulten Mitarbeitern des Amtes für Kataster und Geoinformation durchgeführt.

Um eine Jahresplanung zu erstellen, wurde am Anfang des Jahres eine Abfrage bei den einzelnen Ämtern der Landkreisverwaltung durchgeführt. Folgende beispielgebende Einsätze hat es seit der Beschaffung gegeben:

März 2022:

  • Begutachtung der Dachsubstanz von einsturzgefährdeten Gebäuden für den Denkmalschutz (Oelsnitz)

April 2022:

  • Befliegungen aller Straßenmeistereien + Nebenanlagen (Straßenbauamt)

Mai 2022:

  • Befliegung der Gemarkung Landwüst im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens (ALE)
  • Variantenbefliegung Elsterradweg Plauen, zwischen Dürerbrücke & ehemals Neoplan, Videodokumentation der möglichen Varianten als Grundlage für eine Präsentation im Stadtrat Plauen (Straßenbauamt)
  • Erstellung von Orthophotos + Höhenlinien auf Teilfläche der Deponie Zobes für den Bau einer Photovoltaikanlage (Umweltamt)

Juni 2022:

  • Videodokumentation für Probe Hochwasserszenario an der Weißen Elster bei Wasserabgabe Talsperre Pirk

August 2022:

  • Dokumentation Wald- und Feldbrand Ottengrün mit Orthophoto und Bild+Video, Dokumentation Trockenschäden Gemeinde Weischlitz (beides Forst), Bildmaterial Talsperre Pöhl (Pressestelle)

Monatlich in der Monatsmitte seit März 2022: Baufortschrittsdokumentation am KBK in Eich.

Möglicher Einsatz zur Überwachung eines Waldbrandes

Die jüngsten Waldbrände in der Sächsischen Schweiz haben gezeigt, wie hilfreich Drohneneinsätze allgemein auch zur Lageerkundung oder Überwachung von Glutnestern sein können. Im Falle des jüngsten Waldbrandes nahe Ottengrün bei Bösenbrunn Anfang August hat die Drohne des Vogtlandkreises im Nachgang gute Dienste geleistet. Für die Forstbehörde konnten anhand der Aufnahmen flächenbezogen einzelne Flurstücke dargestellt werden. Die daraus entstandene Übersicht ermöglichte den Mitarbeitern eine zielgenaue Einteilung, sodass die betroffenen Waldeigentümer entsprechend informiert werden konnten. Am speziellen Beispiel der Forstbehörde wird die Drohne auch künftig zum Einsatz kommen, um sich einen Überblick über Borkenkäfer- oder Trockenheitsschäden zu verschaffen.

Jedoch handelt es sich hierbei nur um einen von vielen Einsatzgebieten innerhalb der Landkreisverwaltung. Auch im Bereich ländliche Entwicklung, zur Erstellung von digitalen Geländemodellen und so genannten „georeferenzierten Orthophotos“, zur Beobachtung von Deponieflächen, im Bereich Boden- und Denkmalschutz oder beispielsweise auch im Straßenunterhalt sind Befliegungen denkbar und wurden bereits durchgeführt.

Technische Besonderheiten

Anders als bei Drohnen für den Privatgebrauch muss das angeschaffte Modell hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Zudem verfügt die Drohne über eine Kamera mit höherer Auflösung, eine größere Messgenauigkeit und beispielsweise der Möglichkeit, im Flug GPS-Daten zu erfassen und verarbeiten. Dies ermöglicht eine automatisierte Flugsteuerung zur Befliegung großer Flächen. Die gewonnenen Daten können mit anderen Geodaten (u.a. Flurstücksgrenzen) „verschnitten“ bzw. gemeinsam verarbeitet werden. Eine umfangreiche Auswerte-Software rundet das für die Spezialeinsätze notwendige Equipment ab.

Kostenaufstellung

Die Beschaffungskosten der Drohne belaufen sich auf insgesamt 35.000 EUR und setzen sich aufgrund umfangreicher Technik und weiterer Ausstattung wie folgt zusammen:

Drohne inkl. Zubehör (Fernbedienungen, Akkus etc.): 11.700 EUR
Kameras (Zenmuse H20 & P1): 13.500 EUR
Software (Flugplanung, Photogrammetrie): 7.800 EUR
Service/Support: 2.000 EUR