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Jugendhilfeausschuss nimmt Bericht zu Auswirkungen der Corona-Pandemie im Bereich Hilfen und Erziehung entgegen

Mit großer Aufmerksamkeit nahmen die Gremiumsmitglieder auf der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses einen Bericht zu Auswirkungen der Corona-Pandemie im Bereich Hilfen und Erziehung entgegen.

Auch heute noch, in der dritten Corona-Welle, bestehen gesamtgesellschaftlich viele Unsicherheiten und Ängste, wenngleich wir von den bisher gesammelten Erfahrungen profitieren können, so Heike Rost, die amtierende Sachgebietsleiterin Sozialer Dienst im Jugendamt des Vogtlandkreises, in ihrem Bericht.

Um Hilfeleistungen nicht oder kaum minimieren zu müssen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der ambulanten Hilfen/ Unterstützungsleistungen nach neuen und anderen Lösungen der Kontaktgestaltung gesucht und so zum Beispiel per Videokonferenz, Telefonkonferenzen Kontakt gehalten. Dort wo Besuche möglich waren, wurden diese unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften, durchgeführt. Eine komplette Einstellung von Hilfen zur Erziehung wurde bis auf die kurzzeitige Schließung der Tagesgruppen sowie sozialen Gruppenarbeit im ersten Lockdown im Vogtlandkreis nicht vorgenommen. Das Wohl der Kinder, Jugendlichen und Familien konnte nicht hinter den Infektionsschutz gestellt werden, wenngleich alle Träger zu höchster Achtung aufgefordert waren und auch weiterhin sind, würdigt der Bericht die Einsatzbereitschaft und das Engagement der Träger der Hilfen zur Erziehung und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendamt.

Gegenüber den ambulanten und teilstationären Hilfen waren und sind die Herausforderungen im stationären Bereich noch ein wenig größer.

In kooperativer Zusammenarbeit ermöglichten die Mitarbeiter der Heimeinrichtungen trotz allem Möglichkeiten, den Kindern und Jugendlichen Kontaktmöglichkeiten zu ihren Eltern zu gewähren. So wurden Kontaktpläne erstellt und Eltern durften beispielsweise zum vor Ort „Fensterbesuch“ mit ihrem Kind sprechen. Zusammen mit dem Home-Schooling verlangten diese Herausforderungen ein hohes Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen von den Beteiligten alles ab.

Inobhutnahmen sinken trotz angespannter Lage durch Corona

Im Jugendamt gehen täglich Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdung ein. Waren es im Jahr 2018 175 Meldungen, stieg die Meldezahl in 2019 bereits auf 210 und in 2020 auf 237. Nicht jede Prüfung bestätigt eine Kindeswohlgefährdung oder mündet gar in einer Inobhutnahme. Sehr häufig können durch Gespräche, Beratungsvermittlungen oder aber Unterstützung in Form von Hilfen zur Erziehung Gefährdungen, drohende Gefährdungen abgewandt bzw. vermieden werden.

Die steigende Anzahl der Meldungen lässt sich mit dem immer bekannter werden von Kinderschutz, sensibilisierten Fachbereichen sowie Bürgern erklären. Der Kinderschutz gewinnt seit Jahren an zunehmender Aufmerksamkeit und Bedeutung, dies gilt es weiter auszubauen und zu festigen. Im Vergleich zu den steigenden Meldungen kann glücklicherweise eine Verringerung von Inobhutnahmen verzeichnet werden. Wurden in 2018 noch 227 Inobhutnahmen durchgeführt, konnten die Inobhutnahmen bereits in 2019 auf 214 und in 2020 auf 169 Inobhutnahmen reduziert werden. Dies belegt, dass die zunehmende Bedeutung und Bekanntheit des Kinderschutzes präventiven Charakter mit sich bringt und Familien Unterstützung erhalten, bevor das Kind sprichwörtlich „im Brunnen“ liegt. Diese Entwicklung gilt es perspektivisch weiterhin zu verstetigen und mit entsprechenden Ausweitungen von präventiven so wie ambulanten Leistungsangeboten zu untermauern.

Dieses Ziel wird das Jugendamt weiterhin stetig verfolgen um seinem Motto und Leitziel: „Mit Wurzel und Flügeln“-für ein umsorgtes Aufwachsen im Vogtlandkreis, gerecht zu werden, so die Amtsleiterin des Jugendamtes Sophie Spranger, abschließend.