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Steine mit Geschichte: Generalinstandsetzung macht Elstertalbrücke fit für Generationen

Nach mehr als vier Jahren Bauzeit ist es geschafft: Die Sanierung der Elstertalbrücke im Vogtland ist nun abgeschlossen. Für das Vogtland ist das ein besonderer Tag, denn das markante Bauwerk bei Jocketa wurde für rund 60 Millionen Euro grundlegend erneuert und für viele weitere Jahrzehnte gesichert. Die Brücke überspannt auf 270 Metern die Weiße Elster nahe der Talsperre Pöhl und ragt 68 Meter in die Höhe. Sie gilt als zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Errichtet wurde sie zwischen 1846 und 1851 aus rund zwölf Millionen Ziegeln, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und anschließend wiederaufgebaut.

„Wir haben dieses einzigartige Bauwerk für die Zukunft gesichert und können stolz auf das Erreichte zurückblicken“, sagte Landrat Thomas Hennig beim Festakt. Sein Dank galt den Projektbeteiligten sowie den Bürgerinnen und Bürgern, die die Bauzeit mit viel Geduld begleitet haben. 

In den vergangenen Jahren war deutlich geworden, dass die Konstruktion an ihre Grenze gekommen war. Feuchtigkeit setzte dem Mauerwerk zu, Abdichtung und Entwässerung mussten erneuert werden. Nun sind Fahrbahnwanne, Gleise, Oberleitungen und Weichen komplett neu aufgebaut. Ein elektronisches Stellwerk mit Überleitstelle verbessert zudem den Zugverkehr auf den Strecken Leipzig–Hof und Gera–Plauen.

Für die Mauerwerkssanierung verschwand die unter Denkmalschutz stehende Brücke zeitweise hinter einem riesigen Gerüst. Etwa 36.000 Ziegel wurden nach historischem Vorbild ersetzt, rund 26.000 Quadratmeter Mauerwerk bearbeitet, größtenteils bei laufendem Betrieb. Die Elstertalbrücke bleibt damit nicht nur ein Wahrzeichen des Vogtlands, sondern ist als Ingenieurbauwerk des 19. Jahrhunderts technisch im 21. Jahrhundert angekommen.

11.12.2025