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Bus als fahrende Botschaft übergeben - Fernverkehr im Vogtland rückt näher

Die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, feiert in diesen Tagen die 170 Jahre ihres Bestehens. Damit zählt sie zu den ältesten Zeugnissen der deutschen Eisenbahngeschichte. Umso richtiger, dass bei der UNESCO der Weltkulturerbe-Titel für das einmalige Bauwerk beantragt ist.
Am Mittwoch, 14. Juli 2021 wurde der Stadt Reichenbach ein Bus, der ein Unikat ist und extra für die Bewerbung des Titels UNESCO-Weltkulturerbe gestaltet wurde, übergeben. Er soll der mobile Begleiter, eine fahrende Botschaft für das Bauwerk und die Stadt Reichenbach sein.

Der Bus wird zur Ankündigung von Veranstaltungen, beim Einsatz in Schulen, Messen, zu Wettbewerben, für das Marketing der Stadt und vielen andern Anlässen zum Einsatz kommen. Dabei ist der Innenraum veränderbar und kann dem Anlass aktuell angepasst werden.
Die Busgestaltung würdigt die Innovation in Bau und Technik und den Fortschritt in der Mobilität von Menschen und Gütern von damals und heute. Mögen mit dem Bus möglichst viele Fahrgäste an das historische Ereignis erinnert sein und über die Historie eine aktuelle Brücke zum Heute schlagen. Brücken, Schienen und Straßen verbanden einst die Menschen und tun es heute immer noch, würdigt Landrat Rolf Keil den historischen Anlass und das freudige Ereignis der Busübergabe.

Die Grafik nimmt bewusst das Motiv der bisherigen Gestaltung von Plus- und TaktBussen auf, um das Vogtland als Ferienregion zu präsentieren.
Mit dem Bildnis von Johann Andreas Schubert, dem Planer der Göltzschtalbrücke und der Saxonia, die eine ingenieurtechnische Meisterleistung ist und der Göltzschtalbrücke selbst, symbolisiert die Gestaltung des Buses den technischen Fortschritt, der damals ein ganzes Land in Bewegung setzte.

Mit dem ÖPNV-Konzept „Vogtlandnetz 2019+“ wurde ebenfalls eine neue Tür zur Mobilität aufgeschlagen. Die Bietergemeinschaft POB und VGV als Gewinner der europaweiten Ausschreibung hat im Zeitraum von 2019 unmittelbar vor Betriebsaufnahme des Konzepts „Vogtlandnetz 2019+“ bis jetzt 57 Omnibusse angeschafft.
Die Investitionssumme liegt bei 7.989.772 Euro (davon 1.370.000 Euro Förderung).
Hinzu kommen noch die Investitionen in Omnibusse, die durch die Subunternehmer vorgenommen worden sind.
Deutschland steht vor großen verkehrs- und klimapolitischen Herausforderungen. Die Initiative „Deutschland mobil 2030“ rückt dringend gesuchte Lösungen für die Mobilität der Zukunft in den Fokus.
Es müssen langfristig bedarfsgerechte und planbare Rahmenbedingungen für die notwendige Entwicklung von Mobilitätsangeboten geschaffen werden – von der Planung über die Finanzierung bis zur Umsetzung. Daran wird mit der weiteren Umsetzung des Konzepts „Vogtlandnetz 2019+“ gearbeitet.

Landrat Rolf Keil: Eine Anbindung an den Fernverkehr ist unerlässlich 

Gute Neuigkeiten brachten Landrat Rolf Keil und Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas zudem aus Berlin zum Termin mit. In einer Konferenz wurde die Elektrifizierung der Strecke Hof – Nürnberg besprochen.
Seit vielen Jahren ist es nicht nur der Wunsch des Landrates, sondern auch vieler Bürgerinnen und Bürger, das Vogtland wieder an das Fernverkehrsnetz anzuschließen. Aktuell gibt es keine Fernverkehrsverbindung im Vogtland, weder nach Berlin, Leipzig, Nürnberg oder München (Städte, die wichtige Drehkreuze für das Vogtland und die gesamte Region darstellen) noch in den tschechischen Raum.  Wesentliche Voraussetzung für diese Verbindung ist die Elektrifizierung der sogenannten Sachsen-Franken-Magistrale.
Nach vielen Jahren kam nun die Zusage vom zuständigen Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, dass die Planung für die sogenannte
Leistungsphase 3-4 noch in diesem Jahr in Auftrag gegeben wird. Diese Phase ist entscheidend für die Umsetzung der Elektrifizierung.

Landrat Rolf Keil und Yvonne Magwas sind sich einig, dass die Elektrifizierung der Bahnstrecke sehr wichtig ist, um die Region zukunftsfähig zu machen.
„Insbesondere mit der Verkehrswende, im Zuge derer der Vogtlandkreis den ÖPNV fördern möchte, ist eine Anbindung an den Fernverkehr unerlässlich“, so der Landrat.
Yvonne Magwas sieht die Elektrifizierung vor allem auch als positives Zeichen für die Klimaneutralität: „Die Wirtschaft benötigt CO2-neutrale Verkehrssysteme sowie eine
CO2-neutrale Logistik. Aktuell werden jedoch beispielsweise die Elektroautos, welche im Leitwerk der Elektromobilität in Mosel bei Zwickau produziert werden, noch per Diesellok transportiert. Das setzt natürlich kein gutes Zeichen.“
Dringender Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Bundestagsabgeordneten auch, weil verschiedene Gutachten feststellten, dass der gesamte oberfränkische Raum der einzige Teil Deutschlands ist, der noch nicht elektrifiziert wurde. Hier muss dringend gehandelt werden – Landrat Rolf Keil und Yvonne Magwas werden sich weiterhin dafür einsetzen.