"Kinder trauern wirklich ganz anders als Erwachsene. Wir vergleichen das gerne mit Pfützenspringen: Sie springen in die Pfütze, trauern also. Dann springen sie wieder heraus, sind also wieder froh. Dann springen sie in die nächste. Es ist eher ein Auf und Ab", erklärt Silke Albert, leitende Koordinatorin der Malteser in Plauen. Entspannt sitzt sie Dr. Axel Steinbach, dem Beigeordneten des Vogtlandkreises, gegenüber und spricht über etwas, das viele doch lieber meiden würden: Krankheit, Tod und Trauer. In ihrer Stimme liegt keine Sorge, sondern Ruhe und Empathie. Den Umgang mit dem Ableben ist sie gewohnt, will ihn aber nicht meiden, sondern darüber aufklären.
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In einem Wohnhaus auf der Thomas-Mann-Straße in Plauen stehen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen all jenen zur Seite, die vor dem Verlust eines Lieben stehen oder danach Hilfe brauchen. Der Ambulante Hospizdienst der Malteser widmet sich Erwachsenen und auch Kindern. "Bei uns arbeiten sogar Kindertrauerbegleiter", fügt Denise Lanitz, Koordinatorin bei den Plauener Maltesern, hinzu. Diese reagierten besonders feinfühlig auf die subtilen, oft auch plötzlichen Stimmungsumschwünge der Kinder und Jugendlichen. Beim KinderTrauerTreff ginge es nicht nur um Gespräche, die Kinder sollten lernen, mit Trauer umzugehen – auf ihre eigene Weise. Man koche gemeinsam, spiele zusammen und wenn Redebedarf bestehe, gehe man diesem nach.
Dr. Steinbach zeigte sich fasziniert über die Arbeit, welche von Angestellten wie auch Ehrenamtlichen geleistet wird. Auf die Frage, welche Angebote die Plauener Malteser im Bereich Hospiz- und Trauerarbeit hätten, holt Albert eine Vielzahl von Flyern hervor. Trauertreffs für Kinder und Erwachsene, Erste-Hilfe-Kurse, Letzte-Hilfe-Kurse und natürlich die Qualifizierung für die ehrenamtliche Hospizarbeit. "Wir leben ja auch vom Ehrenamt. Im September startet unser nächster Kurs", so Lanitz.
"Die Arbeit, die Sie hier leisten, ist für unsere Gesellschaft unersetzlich", betont Dr. Steinbach. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, vielleicht auch der Abbau von noch bestehenden Hürden, sollen nun realisiert werden.