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Lebensmittelsicherheit im Fokus: Einblick in das Trichinenlabor des Vogtlandkreises

Datum: 02.03.2026

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Vogtlandkreises leistet einen zentralen Beitrag zum gesundheitlichen Verbraucherschutz in der Region. Ein wesentlicher Baustein dieser Arbeit ist die amtliche Trichinenuntersuchung, die seit nunmehr zehn Jahren im modern ausgestatteten Labor in Oelsnitz/Vogtl. durchgeführt wird.

Im Rahmen eines Besuchs informierte sich der Beigeordnete und Leiter des Geschäftsbereichs I, Dr. Axel Steinbach, bei Amtsleiterin und Amtstierärztin Dr. Anne Schilder sowie ihrem Team über die Abläufe und die Bedeutung der Untersuchungen. Lebensmittelkontrolleur Pierre Grünert erläuterte am praktischen Beispiel die Vorgehensweise im Labor.

Zentrale Untersuchung für den gesamten Vogtlandkreis

Im Trichinenlabor werden zentral für den gesamten Vogtlandkreis Proben auf Trichinen untersucht – sowohl aus gewerblichen Schlachtstätten als auch von Jägern. Zu den untersuchungspflichtigen Tieren zählen Schweine, Pferde sowie im Landkreis erlegte Wildschweine und Dachse.

Die Proben werden in Schlachtstätten und bei Hausschlachtungen durch amtliche Tierärzte oder Fachassistenten entnommen. Bei Wild erfolgt die Probenentnahme durch geschulte Jäger. Über acht Annahmestellen im Landkreis gelangen die Proben ins Labor nach Oelsnitz.

Untersucht wird mittels der gesetzlich vorgeschriebenen Digestionsmethode. Die Analysen erfolgen an allen Wochentagen außer mittwochs. Jäger können ihre Ergebnisse über ein Online-Portal einsehen, Schlachtstätten und amtliche Tierärzte werden per E-Mail informiert.

Trichinen (Trichinellen) sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die im Muskelgewebe bestimmter Tierarten vorkommen können. Der Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem, befallenem Fleisch kann beim Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung stellt daher einen wichtigen Schutzmechanismus dar, um Gesundheitsrisiken frühzeitig auszuschließen.

Im Jahr 2025 wurden im Vogtlandkreis insgesamt 9.864 Hausschweine, 39 Pferde sowie
2.305 Wildschweine auf Trichinen untersucht.

40 Jahre nach Tschernobyl: Radiologische Untersuchungen weiterhin notwendig

Am 26. April 2026 jährt sich der Reaktorunfall von Tschernobyl zum 40. Mal. Die Folgen des radioaktiven Fallouts sind in bestimmten Waldgebieten Süddeutschlands bis heute messbar – auch im walddominierten Süden des Vogtlandkreises.

Daher führt das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt neben der Trichinenuntersuchung auch radiologische Untersuchungen von Schwarzwild auf Cs-137 durch. Im festgelegten Pflichtuntersuchungsgebiet des Vogtlandkreises müssen erlegte Wildschweine vor dem Verkauf untersucht werden.

Im Jagdjahr 2024/25 wurden 756 Proben analysiert. Im Jahr 2025 lagen 95,2 Prozent der untersuchten Tiere unterhalb des geltenden Grenzwertes von 600 Becquerel pro Kilogramm.

Auch Proben aus angrenzenden Gemeinden im Erzgebirgskreis und im Landkreis Zwickau werden im Vogtland mit untersucht. Im Jahr 2025 wurden dort keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt.

Engagement für Sicherheit und Transparenz

Der Besuch im Labor machte deutlich, mit welcher Sorgfalt und Fachkompetenz die Mitarbeitenden des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes täglich arbeiten. Ihre Tätigkeit sichert nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern stärkt vor allem das Vertrauen in sichere Lebensmittel aus der Region.

Dr. Axel Steinbach betonte abschließend: „Die Arbeit unseres Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes ist ein unverzichtbarer Bestandteil des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Vogtlandkreis. Die hohe fachliche Kompetenz, die moderne Ausstattung und das tägliche Engagement der Mitarbeitenden gewährleisten, dass Risiken frühzeitig erkannt und ausgeschlossen werden. Dafür danke ich dem gesamten Team ausdrücklich.“