Heimatgeschichtsforscher und Ortschronisten tauschen sich auf Schloss Voigtsberg aus
Datum: 30.10.2026
In den vergangenen Tagen trafen sich auch in diesem Jahr 47 ehrenamtlich tätige Heimatgeschichtsforscher und Ortschronisten aus dem gesamten Vogtlandkreis zum traditionellen Erfahrungsaustausch. Veranstaltungsort waren die Räumlichkeiten des Kreisarchivs auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz/Vogtl. Im Mittelpunkt des Treffens standen der Austausch über aktuelle Forschungsarbeiten, die Vorstellung historischer Sammlungen und die Vermittlung neuer Möglichkeiten für die Heimatforschung.
Den Auftakt gestaltete Dietmar Kühn aus Posseck, der seine Ausstellungen zur Geschichte seines Heimatortes und zur Innerdeutschen Grenze vorstellte. Diese können jeden dritten Samstag im Monat oder nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Besonders eindrucksvoll ist die umfassende Dokumentation der ehemaligen Grenzanlagen, die heute teilweise im Bereich des Grünen Bandes liegen. Ein besonderer Blickfang sind zudem detailreiche Modelle von Häusern, die das Ortsbild von Posseck einst prägten, inzwischen jedoch längst verschwunden sind. Mit Informationstafeln, Broschüren und der Ausschilderung historischer Wege trägt Dietmar Kühn dazu bei, die Geschichte seines Heimatortes lebendig zu halten und insbesondere auch jüngeren Generationen zugänglich zu machen.
Anschließend stellte Hans-Jürgen Arndt das Geoportal des Vogtlandkreises und dessen vielfältige Einsatzmöglichkeiten für die Heimatforschung vor. Anhand verschiedener Beispiele wurde deutlich, wie sich historische Entwicklungen und Veränderungen der Ortsbilder mithilfe digitaler Karten und Luftbilder nachvollziehen lassen. So können beispielsweise unterschiedliche historische Karten miteinander verglichen und Erkenntnisse zur früheren Ortsbebauung gewonnen werden.
Wie wertvoll das Geoportal auch für die wissenschaftliche Forschung ist, verdeutlichte Dr. Martin Salesch. Er gab Einblicke in seine Untersuchungen zu den Bodendenkmalen mittelalterlicher Burgen im Vogtland und zeigte, wie digitale Kartenanwendungen die Erforschung historischer Anlagen unterstützen können.
Weitere Kurzbeiträge bereicherten das Programm: Dieter Reinhold präsentierte einen historischen Anteilsschein von Konrad Duden. Ronny Hager widmete sich dem richtigen Umgang mit gesammelten Zeitungsartikeln und deren Aufbereitung und Präsentation. Gerade für die Erstellung und Pflege von Ortschroniken ist dies ein wichtiges Thema, da historische Zeitungsberichte eine wertvolle Quelle darstellen, zugleich aber sorgfältig dokumentiert und archiviert werden müssen.
Auf großes Interesse stieß auch die Präsentation einer historischen Uniform der Grenztruppen der DDR durch Sigfried Töllner. Darüber hinaus lud der reich bestückte Büchertisch des Vogtländischen Geschichtsvereins zum Stöbern und fachlichen Austausch ein.
Einen Blick hinter die Kulissen ermöglichte schließlich eine kommentierte Führung durch die Magazinräume des Archivs. Dabei erhielten die Teilnehmenden interessante Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Arbeitsabläufe der Archivarbeit.
„Der Erfahrungsaustausch 2026 zeigte einmal mehr, wie engagiert sich die ehrenamtlichen Heimatgeschichtsforscher und Ortschronisten für die Bewahrung und Vermittlung der Geschichte ihrer Heimat einsetzen“, so Dr. Christian Espig, Leiter des Kreisarchivs. „Die Veranstaltung bot nicht nur Gelegenheit, neue Erkenntnisse und Arbeitsmethoden kennenzulernen, sondern auch Kontakte zu pflegen, Erfahrungen weiterzugeben und Impulse für die eigene Forschungsarbeit mitzunehmen.“