Zukunft der Pflege: Angehörige und Fachleute suchen gemeinsam nach Lösungen
Datum: 09.10.2026
Pflege beginnt oft unscheinbar: ein gemeinsamer Arzttermin, Hilfe beim Einkaufen oder bei Medikamenten. Mit der Zeit kann daraus eine Aufgabe werden, die den Alltag einer ganzen Familie bestimmt. Wie pflegende Angehörige dabei besser unterstützt werden können, stand im Mittelpunkt der Zukunftswerkstatt „Pflege im Vogtland gemeinsam gestalten“ im Audimax der Dualen Hochschule Plauen.
Pflegende Angehörige kamen dort mit Vertreterinnen und Vertretern aus Pflege, Beratung, Medizin, Verwaltung, Ehrenamt, Politik und Kommunen zusammen. Ziel war es, Erfahrungen aus dem Alltag aufzunehmen, bestehende Hilfen zu hinterfragen und konkrete Ansätze für Verbesserungen im Vogtlandkreis zu entwickeln.
Landrat Thomas Hennig verwies in seinem Grußwort auf die Entwicklung der Pflegezahlen. Im Jahr 2005 gab es im Vogtlandkreis 8.300 Pflegebedürftige, 2023 waren es bereits rund 17.100. Viele Angehörige übernahmen die Betreuung zusätzlich zu Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen. „Jeder kann ganz schnell pflegender Angehöriger werden. Das kann jeden erreichen“, sagte Hennig.
Nach mehreren Impulsbeiträgen ging es in die gemeinsame Arbeit. Die Teilnehmenden beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, wo Unterstützung fehlt, welche Wege zu kompliziert sind und wie vorhandene Angebote besser bekannt gemacht und miteinander verknüpft werden können. In Arbeitsgruppen wurden Probleme gesammelt, Ideen entwickelt und mögliche nächste Schritte diskutiert. Die Erfahrungen der pflegenden Angehörigen bildeten dabei die Grundlage: Nicht über sie, sondern gemeinsam mit ihnen sollten Lösungen für den Pflegealltag im Vogtland entstehen.