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6. Sitzung des Ausschuss für Gesundheit und Soziales

Datum: 04.11.2026

Unterstützung für Betroffene, Ergebnisse der Schulaufnahmeuntersuchung und eine neue Berufung

In seiner sechsten Sitzung befasste sich der Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Vogtlandkreises mit verschiedenen Themen der Gesundheitsversorgung und sozialen Unterstützung im Vogtlandkreis. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Arbeit des
KARO e. V. für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder, die Ergebnisse der Schulaufnahmeuntersuchungen für das Schuljahr 2026 sowie die Berufung eines neuen Mitglieds in die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Vogtlandkreis (PSAG).

KARO e. V.: Nachhaltige Perspektiven für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich der KARO e. V. für Frauen und Kinder, die von Zwangsprostitution, Menschenhandel, sexualisierter, organisierter, ritualisierter oder häuslicher Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind. Im Jahr 2008 errichtete der Verein ein eigenes Schutzhaus, welches Platz für bis zu 20 Frauen und ihre Kinder bietet.

Doch für viele Betroffene ist kurzfristiger Schutz allein nicht ausreichend. Sie sind häufig schwer traumatisiert und leben weiterhin in Angst. Um ihnen langfristig neue Perspektiven zu eröffnen, sind kontinuierliche Unterstützungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen erforderlich, die sie in verschiedenen Lebensbereichen stärken und auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleiten.

Mit dem Projekt „Über den Schutz hinaus: Wiedereingliederung und Zukunftsperspektiven“ verfolgt der KARO e. V. das Ziel, Betroffene nicht nur kurzfristig zu schützen, sondern ihnen eine nachhaltige Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem die Stärkung der Selbstbestimmung, die psychosoziale Stabilisierung und die Sicherung der materiellen Existenzgrundlage.

Der Vogtlandkreis unterstützte das Projekt im Jahr 2026 mit einer Summe von 27.535 Euro.
Auch für das kommende Jahr ist eine finanzielle Unterstützung vorgesehen.


Ergebnisse der Schulaufnahmeuntersuchungen 2026: Sprachentwicklung häufig auffällig

Von August 2025 bis Mai 2026 führte der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes Vogtlandkreis wieder die Schulaufnahmeuntersuchungen für insgesamt 1.843 Kinder im Landkreis durch. Dabei wurden neben dem körperlichen Entwicklungsstand auch weitere schulrelevante Entwicklungsbereiche untersucht, darunter beispielsweise Sprache, Motorik und Zahlenwissen.

Am häufigsten stellten die Fachkräfte Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung fest. Es folgten Einschränkungen in der Fein- und Visuomotorik, beim Zahlen- und Mengenvorwissen sowie bei der Körperkoordination. Lediglich ein Fünftel der untersuchten Kinder zeigte keine Abweichungen vom altersgerechten Gesundheits- und Entwicklungsstand.

Für 82 Prozent der Kinder wurde der Besuch einer Grundschule empfohlen. Bei zehn Prozent empfahl der Kinder- und Jugendärztliche Dienst aufgrund deutlicher Entwicklungs- oder gesundheitlicher Einschränkungen eine Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Am häufigsten betraf dies den Förderschwerpunkt „Lernen“. Für acht Prozent der Kinder wurde eine Rückstellung vom Schulbesuch empfohlen. Damit setzt sich der leicht steigende Trend der vergangenen Jahre fort.

Ein weiterer Bestandteil der Untersuchungen war die Erfassung des Impfstatus, insbesondere im Hinblick auf einen vollständigen Masernschutz. Seit Einführung des Masernschutzgesetzes ist hier eine deutliche Verbesserung der Immunität zu verzeichnen.


Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft: Dipl.-Med. Sylvia Beyerlein als neues Mitglied berufen

Zum Abschluss der öffentlichen Sitzung beriefen die Ausschussmitglieder
Dipl.-Med. Sylvia Beyerlein einstimmig als neues Mitglied in die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Vogtlandkreis (PSAG). Frau Beyerlein ist als Chefärztin der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Sächsischen Krankenhaus in Rodewisch tätig.

Die psychosoziale Versorgung umfasst auch Menschen, die sich im Justizvollzug oder im Maßregelvollzug befinden. Die PSAG ist ein beratendes Fachgremium für die gemeindepsychiatrische Versorgung und die Suchthilfe im Vogtlandkreis. Zu ihren Aufgaben gehören die Ermittlung des regionalen Hilfebedarfs, die Planung psychiatrischer und suchtbezogener Unterstützungsangebote sowie die Koordination der verschiedenen Hilfesysteme.

Bei grundlegenden Veränderungen in der psychiatrischen Versorgung des Vogtlandkreises wird die PSAG beratend einbezogen. Das Gremium kommt in der Regel zweimal jährlich zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu erörtern und Lösungsansätze zu beraten. Dabei arbeitet es eng mit dem Gesundheitsamt des Vogtlandkreises zusammen, insbesondere mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi). Aktuell sind 20 Mitglieder im Gremium tätig.